Donnerstag, 20. Oktober 2016

Fahrlässigkeit zu oft Brandursache - Videos sollen sensibilisieren

Der Film "Brandschutz - Gefahr erkennen, vorbeugen, richtiges Verhalten" wurde am Donnerstag im Zivilschutzzentrum in Bozen vorgestellt. Die informativen Videosequenzen sollen zur Bewusstseinsbildung beitragen.

Wer in einem öffentlichen Gebäude einen Brand bemerkt, sollte möglichst rasch den Brandalarm auslösen. - Foto: Screenshot YouTube-Video
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Wer in einem öffentlichen Gebäude einen Brand bemerkt, sollte möglichst rasch den Brandalarm auslösen. - Foto: Screenshot YouTube-Video

Die Politik, so erklärte Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler, erlasse Vorschriften, um Sicherheit zu garantieren, etwa im Hinblick auf Verwendung und Umgang mit Chemikalien und auch in Bezug auf mögliche Brandgefahren.

"Kommt es zu Notsituationen, verfügt Südtirol über ein gut ausgebautes Rettungswesen, um schnell und professionell helfen zu können", betonte Schuler und listete auf: die 306 Freiwilligen Feuerwehren und ihre rund 14.000 ehrenamtlichen Feuerwehrleute; die 2300 Freiwilligen in 33 Sektionen des Weißen Kreuz, sieben Notärzte, vier Wasserrettungs- und ebenso viele Hundestaffel-Einsatzgruppen sowie zwei bzw. in den Hochsaisonen drei Hubschrauber und 55 Bergrettungsgruppen. 

Den Landesrettungsverein ergänzen die Zivilschutz- und die verschiedenen Einsatzkräfte der Ordnungskräfte. Zu dieser außerordentlichen Freiwilligenstruktur kommt die Berufsfeuerwehr in Bozen mit 150 Einsatzkräften und über 100 Fahrzeugen.

"Dieses umfassende Rettungswesen", unterstrich Landesrat Schuler, "gibt Sicherheit in Notfällen. Trotzdem vergeht eine bestimmte Zeit, bis Hilfe kommt. Deshalb ist es wichtig, dass jeder und jede Einzelne Gefahrensituationen erkennt und richtig darauf reagiert, um sich und andere in Sicherheit zu bringen bzw. um Schäden zu vermeiden." Gerade darum gelte es, das richtige Verhalten früh genug zu erlernen - wie etwa dank dem neuen Kurzfilm. 

"Der Mensch ist der Hauptverursacher von Bränden durch Fahrlässigkeit und Leichtsinn"

"Der Mensch", wies der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, Rudolf Pollinger, hin, "ist der Hauptverursacher von Bränden durch Fahrlässigkeit und Leichtsinn; durch das Wissen um die Gefahren und richtiges Verhalten könnten die meisten Brände verhindert werden". Jährlich entstehen in Südtirol rund 1400 Brände mit teils sehr großen Sachschaden. Richtiges Verhalten im Brandfall muss festgelegt und eingeübt werden.

Marco Becarelli, Direktor des Amtes für Brandverhütung in der Agentur für Bevölkerungsschutz, dankte allen an der Produktion des Films Beteiligten: den Mitarbeitern seiner Agentur, der Berufsfeuerwehr, der Feuerwehrschule, der Freiwilligen Feuerwehr Untermais, den Mitarbeitern der Landesnotrufzentrale und der Landesberufsschule für Handel, Handwerk und Industrie "Luis Zuegg" in Meran. Der Film, erklärte Becarelli, sei interessant und mitreißend und trage zu einer Kultur der Sicherheit bei.

Mehr Bewusstsein für Brandgefahr

Der didaktische Kurzfilm "Brandschutz - Gefahr erkennen, vorbeugen, richtiges Verhalten" wurde vom Amt für Brandverhütung bzw. von der Firma Ebner Film verwirklicht. Der Film ist vor allem für Schulen und Betriebe gedacht und verfolgt das Ziel, das Bewusstsein für die Brandgefahr zu entwickeln und korrektes Verhalten im Brandfall zu vermitteln.

Der Film "Brandschutz - Gefahr erkennen, vorbeugen, richtiges Verhalten" mit der Länge von 25 Minuten ist in fünf Module unterteilt, die auch einzeln von YouTube heruntergeladen werden können.

Die Module behandeln folgende Themenbereiche:

  • Beurteilung des Brandrisikos (Modul 1): Die Basis für die Ausarbeitung einer Brandrisikobewertung ist der Verbrennungsvorgang selbst. Die Brandrisikobewertung wiederum stellt die Grundlage für die Projektierung der vom Gesetz vorgeschriebenen Brandschutzanlagen bzw. -strukturen zur Risikovorbeugung am Arbeitsplatz und zum Selbstschutz dar.
  • Baulicher und technischer Brandschutz (Modul 2): Zur Verminderung des Brandrisikos sind geeignete Baumaßnahmen zu treffen und Brandschutzmelde- und Löschanlagen zu installieren.
  • Verhalten im Brandfall (Modul 3/siehe Video): Um ein Gebäude schnell evakuieren zu können und die technischen Anlagen in einen sicheren Zustand zu bringen, muss man die korrekte Verhaltensweise im Brandfall kennen und diese regelmäßig üben.
  • Löschgeräte (Modul 4): Am Anfang eines Brandes sind geeignete Löschgeräte unerlässlich, um die Ausbreitung des Brandes zu vermeiden.
  • Kontrolle und Instandhaltung (Modul 5): Eine regelmäßige Kontrolle und Instandhaltung der Brandschutzvorrichtungen, der Anlagen und der Strukturen garantiert die Effizienz derselben im Notfall.

lpa/stol

stol