Donnerstag, 11. Juni 2020

Fahrradkauf: Doch kein Beitrag vom Land

Zu früh gefreut: Wer sich einen neuen Drahtesel zulegen will, bekommt nun doch keine finanzielle Unterstützung dafür vom Land, wie das Tagblatt „Dolomiten“ am Donnerstag berichtet.

Es wird doch nichts aus dem Landesbeitrag für den Fahrradkauf.
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Es wird doch nichts aus dem Landesbeitrag für den Fahrradkauf. - Foto: © d
Nachdem der Staat ausschließlich für die Landeshauptstadt Bozen den Kauf den Rädern mit bis zu 500 Euro fördert, hatte Landesrat Daniel Alfreider angekündigt, mit Zuschüssen in allen anderen Gemeinden gleichziehen zu wollen.

Der Grundstein dazu hätte am heutigen Donnerstag im Landtag mit der Verabschiedung eines Artikels gelegt werden sollen, der Beiträge bis zu 30 Prozent vorsieht. Konkrete Summen – die Rede war von 300 Euro für Räder und 500 Euro für E-Bikes – hätte anschließend die Landesregierung festlegen sollen.

Noch am Montag war der Artikel im Gesetzgebungsausschuss gut geheißen worden. Enthalten hatte sich nur das Team K. „Mit Beiträgen steigen nur die Preise. Wir sind für mehr Radwege, sichere Stellplätze und E-Ladestationen, nicht aber für Geld beim Ankauf“, so Paul Köllensperger.

Dies sah am Dienstag auch die Landesregierung so. Alle waren für mehr Stellplätze, Radwege und Ladestationen. Eine breite Mehrheit sprach sich gegen die Bezuschussung aus. In Zeiten, in denen viele um ihre Existenz kämpfen, müsse man keinem ein E-Bike finanzieren, um am Sonntag auf die Alm zu radeln. Landesrat Schuler soll unterstrichen haben, dass der Boom beim Fahrrad nicht anzuhalten sei.

„Und einen Zug, der mit 200 km/h unterwegs ist, muss man nicht auch noch schieben.“ Die SVP bzw. die Landesregierung wird am heutigen Donnerstag im Landtag die Streichung des Alfreider-Artikels beantragen.

„Leider findet mein Vorschlag für einen Rad-Bonus, von dem alle Menschen in Südtirol profitieren, im Moment keine Zustimmung“, sagt dazu Alfreider. Der Bonus sei allerdings nur ein kleiner Teil des gesamten Fahrradmobilitätskonzepts, an dem er weiter arbeiten werde.



„Ich hoffe, dass trotz Streichung des Bonus viele auf das Fahrrad umsteigen und ihren Beitrag zur alternative Mobilität leisten.“ Laut Alfreider werde der Verleih von Elektrofahrräder in wenigen Tagen angeboten.

Ein landesweiter Plan für die Radmobilität folge. „Wir arbeiten deshalb mit einigen Gemeinden an mehreren Pilotprojekten – weil Radfahrer Vorfahrt haben sollen“, so Alfreider. Südtirol brauche eine sanfte, saubere Mobilität. Detail am Rande: Alfreider hatte vor wenigen Tagen einen Unfall mit dem Rad und war am Mittwoch im Landtag mit Halskrause unterwegs.

bv

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