Das Zentrum für Verkehrssicherheit Safety Park, der Südtiroler Bauernbund, die Südtiroler Bauernjugend und das Mobilitätsressort des Landes haben das Trainingsprogramm für das Fahren mit landwirtschaftlichen Maschinen ausgearbeitet. Für 2011 haben Südtiroler Bauernbund und die Südtiroler Bauernjugend ein „Sicherheitspaket“ geschnürt. „Neben einer Artikelserie über Arbeitssicherheit in der Verbandszeitung ‚Südtiroler Landwirt‘ und der Vorführung von acht Kurzfilmen in den Bauernbund-Ortsgruppen werden Fahrsicherheitskurse im Safety Park angeboten“, erklärte Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler. Aufgebaut ist das Trainingsprogramm auf den Ergebnissen einer Fragebogenaktion. „Die Umfrage hat unter anderem ergeben, dass über zwei Drittel der Unfälle mit Maschinen abseits der Straßen geschehen. Zudem geht die größte Gefahr vom Umkippen des Traktors aus“, berichtete Leo Tiefenthaler.„Ich bin überzeugt, dass alle Landwirte von einem solchen Training profitieren – beruflich und privat“, betonte Mobilitätslandesrat Thomas Widmann. Vom richtigen Bremsen bis zur LenktechnikZiel des Trainings für Bauern ist es, durch „mehr Wissen“ und „mehr Können“ das Fahren mit landwirtschaftlichen Maschinen sicherer zu machen. „Das Fahrtraining besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Fahranteil und ist nach der Methode ‚Training durch Erleben‘ aufgebaut. Wir wollen die Fahrzeugbeherrschung bzw. -bedienung und das Verhalten in gefährlichen Situationen verbessern und den Teilnehmern Tipps für die Fahrtenplanung geben“, erklärte Franz Fabian, der technische Leiter des Safety Parks. Das große Problem in der Landwirtschaft sei, dass der physikalische Grenzbereich sehr gering sei und bereits kleinste Fehler zu schweren Unfällen führen würden. Im theoretischen Teil werden deshalb Grundlagen der Fahrphysik erarbeitet und die häufigsten Unfallursachen besprochen. Im praktischen Teil wird das fahrtechnische Feingefühl trainiert. „Die Teilnehmer üben das richtige Bremsen auf trockenem, nassem und rutschigem Untergrund – mit und ohne Anhänger. Zudem werden die Bremswege bei verschiedenen Geschwindigkeiten verglichen“, sagte der Obmann der Südtiroler Bauernjugend Hannes Dosser. Teil des Trainings seien auch das Ausweichen vor einem „plötzlichen“ Hindernis bzw. einem entgegenkommenden Fahrzeug und das Kurvenfahren auf verschiedenen Untergründen. Darüber hinaus würden die richtige Sitzposition, der Sicherheitsgurt, der Überrollbügel, die Kabine sowie die exakte Lenkradhaltung und Lenktechnik besprochen. Alles in allem dauere das Fahrsicherheitstraining etwa 7,5 Stunden. „Wir hoffen, dass möglichst viele Bäuerinnen und Bauern das Training nutzen, um ihr Fahrkönnen zu verbessern und so Unfälle vermeiden bzw. Unfallfolgen reduzieren zu können“, erklärten Dosser und Tiefenthaler. Trainings haben begonnenDie ersten Trainings für die Bäuerinnen und Bauern sind am heutigen Donnerstag gestartet. Nächste Woche sind Schüler der landwirtschaftlichen Fachschulen im Safety Park. Weitere Trainings werden im Herbst 2011 angeboten. Die Sicherheitskurse werden zu einem guten Teil über das gesamtstaatliche Programm zur Verkehrssicherheit finanziert.