Dienstag, 09. April 2019

Fahrzeug-Kauf im Internet: Vorsicht vor Betrügern

In letzter Zeit haben sich beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen vermehrt Ratsuchende gemeldet, die auf Internetportalen verdächtige Kaufangebote von gebrauchten Baumaschinen, Traktoren, aber auch von Gebrauchtwagen entdeckt haben. Deshalb ruft die EVZ erneut zur Vorsicht auf.

Auf Internetportalen haben sich verdächtige Kaufangebote von gebrauchten Baumaschinen, Traktoren, aber auch von Gebrauchtwagen gehäuft.
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Auf Internetportalen haben sich verdächtige Kaufangebote von gebrauchten Baumaschinen, Traktoren, aber auch von Gebrauchtwagen gehäuft. - Foto: © shutterstock

Die EVZ erklärt die Masche der Betrüger anhand eines Fallbeispiels:

Schon seit einiger Zeit ist Herr Huber auf der Suche nach einem Minibagger. Da er bei den Händlern in der Nähe nicht fündig wurde, versucht er sein Glück im Internet. Und tatsächlich findet er auf einer bekannten Internetseite für Gebrauchtmaschinen rasch etwas. Da das Angebot für den Minibagger wirklich interessant ist, und Herr Huber sich das Schnäppchen nicht entgehen lassen möchte, kontaktiert er umgehend den Verkäufer, eine Firma mit Sitz in Polen.

Diese schickt Herrn Huber eine Kopie des Kaufvertrages, in welchem das Unternehmen bestätigt, dass der Minibagger unfallfrei ist, mit Originalmotor und auch keine sonstigen Schäden aufweist. Auch enthält der Kaufvertrag eine 30-Tage-Garantie: Der Käufer kann innerhalb von 30 Tagen ab der Lieferung den Minibagger uneingeschränkt zurückgeben und bekommt den vollen Kaufpreis zurück.

Um der Seriosität des Angebotes Nachdruck zu verleihen, schickt der Geschäftsführer der polnischen Firma Herrn Huber sogar eine Kopie seines Ausweises. Ein kleines Problem scheint allerdings doch zu bestehen: Der Minibagger befindet sich in Polen, also nicht gerade ums Eck. Aber auch dies scheint kein wirkliches Hindernis darzustellen. Schließlich verspricht der Verkäufer den Bagger mittels einer Transportfirma direkt zu Herrn Huber zu liefern.

Herr Huber muss vor der Lieferung lediglich eine Anzahlung in Höhe von 50 Prozent des Kaufpreises von 12.000 Euro mittels Banküberweisung leisten, der Rest kann dann bequem innerhalb von 5 Tagen ab der Lieferung des Minibaggers beglichen werden.

So langsam regt sich in Herrn Huber allmählich der Verdacht, dass mit dem tollen Angebot möglicherweise etwas nicht stimmt.

So erkennen Sie den Betrug

Die Betrugsmasche, so betont die EVZ, enthält immer dieselben Elemente: Die Anzeigen bieten das Produkt zu einem viel niedrigeren Kaufpreis an als vergleichbare Angebote. Man bietet den Käufern an, das Fahrzeug über eine Transportfirma nach Hause zu liefern und sowie ein Rückgaberecht mit Rückerstattung des Kaufpreises.

Die Bezahlung soll über ein unsicheres Zahlungsmittel wie etwa mittels Banküberweisung erfolgen, der Schriftverkehr enthält grobe Rechtschreibfehler. Das Fahrzeug kann vorher nicht besichtigt werden und befindet sich in einem anderen Land, die Internetseite des Verkäufers wurde erst kürzlich eingerichtet.

Ist man den Betrügern schon auf den Leim gegangen, bleibt nur mehr der Gang zur Polizei, weiß die EVZ Südtirol. Damit so ein Betrug gar nicht erst passiert, ist es am besten, von vorn herein skeptisch zu sein und die Angebote zu überprüfen.

stol

stol