Mittwoch, 24. Februar 2021

Fake News zu den Corona-Toten: „Ein Schlag ins Gesicht“

Vehement wehrt sich der Südtiroler Sanitätsbetrieb am Mittwoch gegen derzeit kursierende Gerüchte betreffend der Corona-Todesfälle.

Auf der Intensivstation in Bozen kämpft das Sanitätspersonal täglich um das Leben seiner Patienten.
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Auf der Intensivstation in Bozen kämpft das Sanitätspersonal täglich um das Leben seiner Patienten. - Foto: © stol
„Seit Beginn der Pandemie kursieren in den sozialen Medien immer wieder völlig aus der Luft gegriffene Behauptungen, mit dem Ziel, Menschen zu verunsichern“, schreibt der Sanitätsbetrieb.

Gerade in den vergangenen Tagen sei sehr häufig eine Audiobotschaft via WhatsApp weitergeleitet worden.

In dieser wird behauptet, dass der Sanitätsbetrieb Geld erhalten würde, wenn die gestorbene Person als Covid-Todesfall eingestuft würde. Der Urheber der Nachricht gibt an, dass ihm der Fall zugetragen worden sei, nennt aber keine Namen und Orte, lediglich ein Datum.

Wie der Südtiroler Sanitätsbetrieb erklärt, habe man nun den Vorfall minutiös überprüft und mit allen Sterbefällen verglichen. „Die einzelnen Angaben sind komplett falsch, denn keine Person ist an diesem Zeitpunkt verstorben.“

Vorfälle werden der Staatsanwaltschaft gemeldet

„Selbstverständlich gibt es niemals Aufforderungen von Seiten des Sanitätspersonals, einen Verstorbenen anders einzustufen. Die Nachricht hat überhaupt keinen Wahrheitsgehalt“, betont der Sanitätsbetrieb.

Der Sanitätsbetrieb meldet diese Vorfälle routinemäßig der Staatsanwaltschaft.

Gleichzeitig wird dazu aufgerufen, diese Meldungen nicht weiterzuleiten oder zu teilen, weil erst dadurch die Falschinformation zur „Fake News“ wird, sondern sie zu melden.

Auch das Teilen bzw. Weiterleiten von stark rufschädigenden Meldungen ist rechtlich relevant und verfolgbar.

„Abgesehen davon ist die Verbreitung derartiger Unwahrheiten ein Schlag ins Gesicht all jener, die in den vergangenen Monaten durch dieses Virus Angehörige verloren haben sowie für das gesamte Personal, das sich mittlerweile seit einem Jahr im unermüdlichen Dauereinsatz im Kampf gegen diese Pandemie befindet“, schließt der Sanitätsbetrieb.

Von seinem Dauereinsatz auf der Intensivstation in Bozen erzählt Intensivpfleger Armin: „In 4 Tagen sind mir 5 Patienten weggestorben“.

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lpa