Montag, 26. Februar 2018

Fall Adan: Expertise verschoben

Die Expertise des 13-jährigen Flüchtlings Adan, der im vergangenen Oktober in Bozen verunglückte, war ursprünglich für die kommende Woche geplant. Nun wird sie auf den 16. Mai verschoben.

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Die Expertise zu möglichen Verantwortlichkeiten am Tod von Adan Hussein verzögert sich. Die von Richter Emilio Schönsberg ernannten Gutachter haben sich mehr Zeit erbeten, um den heiklen und komplexen Fall genau beleuchten zu können.

Der 13-jährige Adan aus dem Irak war mit seinen Eltern und 2 Geschwistern Anfang Oktober vorigen Jahres von Schweden nach Bozen gelangt. Adan litt an einer Muskeldystrophie. Nach einem Sturz mit dem Rollstuhl hatte er sich beide Beine gebrochen. Er wurde ins Krankenhaus von Bozen gebracht, wo er am 8. Oktober starb (STOL hat berichtet).

Autopsie erfolglos

Die Amtsgutachter  Sandro La Micela und Mattia Barbreschi führten im November im Krankenhaus die Autopsie durch. Anwesend waren auch die Parteiengutachter der 10 ins Ermittlungsregister eingetragenen Ärzte, die Adan untersucht und behandelt hatten.   

Die Autopsie blieb erfolglos. Die Gutachter entnahmen Blut- und Urinproben, ebenso wurden Herz und Lunge noch  gesondert untersucht. Bekanntlich sollen die Gutachter auch klären, welche Behandlung von welchem Arzt vorgenommen wurde und ob für Adan alles Nötige getan wurde. Das  Gutachten wurde für März erwartet, nach der Fristverlängerung soll es spätestens am 16. Mai vorliegen. 

Die Staatsanwaltschaft prüft bei weiteren Ermittlungen, ob die Umstände der Unterbringung, beziehungsweise Nicht-Unterbringung des Jungen  seinen  gesundheitlichen Zustand beeinflusst haben. Es wird außerdem geprüft, ob Amtsträger in diesem Zusammenhang eine Unterlassung begangen haben könnten. Adan hatte keinen offiziellen Wohnsitz.

D/rc

stol