Freitag, 16. Oktober 2015

Fall Chiku: Gutachter gegen Gutachter

Expertin Mircea Pfleiderer hatte Chiku eindeutig als reinrassigen Serval identifiziert. Für die Verteidigung fehlt noch immer der endgültige Beweis. Deren Gutachter Michele Capasso stellt sogar die Wissenschaftlichkeit des Ergebnisses in Frage, zu dem die Serval-Expertin gekommen ist.

Michele Capasso (rechts), der Gutachter der Verteidigung, bezweifelt, dass Chiku ein reinrassiger Serval ist; neben ihm Verteidiger Flavio Moccia und Chiku-Besitzer Herbert Raich. (Foto: DLife)
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Michele Capasso (rechts), der Gutachter der Verteidigung, bezweifelt, dass Chiku ein reinrassiger Serval ist; neben ihm Verteidiger Flavio Moccia und Chiku-Besitzer Herbert Raich. (Foto: DLife)

Die Reinrassigkeit von Kater Chiku bleibt weiter ein Streitfall. Die Zoologin und Serval-Expertin Mircea Pfleiderer hat Chiku eindeutig als Serval identifiziert. Dazu reichten der Gerichtsgutachterin allein die äußeren Merkmale und das Verhalten des Katers aus, das dieser bei ihrem Besuch im Auffangzentrum für Wildtiere in Semproniano (Toskana) an den Tag gelegt hatte.

Bei der Verhandlung am Freitag am Bozner Landesgericht stellte Michele Capasso, Gutachter der Verteidigung, die Wissenschaftlichkeit des Ergebnisses der Gerichtsgutachterin arg in Frage. Für ihn ist noch nicht eindeutig geklärt, ob Chiku ein reinrassiger Serval ist. Und dies könne nur mit einem DNA-Abgleich erfolgen. Ein solcher wurde bislang allerdings noch nicht beantragt. Angesichts fehlender Datenbanken dürfte ein Vergleich schwierig und sehr teuer werden.

Kater Chiku sitzt derweil weiter in seinem „Exil“ im Gehege in Semproniano. Sein Herrchen Herbert Raich wird, wie berichtet, zu Last gelegt, den Kater ohne entsprechende Genehmigung gehalten zu haben. Er hofft weiter, dass Chiku zu ihm zurück darf.

em

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Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Samstags-Ausgabe des Tagblattes „Dolomiten“.

stol