„Wir wussten, dass Domenico gerettet werden konnte“, sagte die Mutter des Jungen, Patrizia Mercolino, der Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“. Sie empfinde vor allem Wut und Schmerz. <BR /><BR />Domenico war am 21. Februar nach der Herztransplantation im Monaldi-Krankenhaus in Neapel gestorben. Ein vom Gericht in Neapel im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens beauftragtes Expertengremium kam dem Bericht zufolge zu dem Schluss, dass die vorgezogene Transplantation grundsätzlich medizinisch gerechtfertigt gewesen sei. <h3> Mehrere Mängel festgestellt</h3>Zugleich wurden mehrere Mängel festgestellt. Unter anderem habe es bei der Überwachung des Transports des Spenderherzens von Bozen nach Neapel Versäumnisse gegeben. Dabei sei Trockeneis verwendet worden, wodurch das Spenderorgan beschädigt worden sei. Zudem sei eine mögliche Alternative nicht geprüft worden: der Einsatz eines künstlichen Herzens, eines sogenannten Berlin Heart, bis ein neues Spenderorgan zur Verfügung stehe. „Jetzt bestätigt es auch das umfangreiche Gutachten“, sagte Mercolino. Die Familie habe diese Möglichkeit bereits seit Monaten gemeinsam mit ihrem Anwalt und einem Gerichtsmediziner angesprochen. <BR /><BR />Für die Mutter war der Tod ihres Sohnes Teil eine „Kette von Fehlern“ vom Eintritt ins Krankenhaus bis zu seinem Tod. „Sie haben mit dem Leben meines Sohnes gespielt und geglaubt, sie könnten alles vertuschen“, sagte sie. Mercolino nahm am Freitag gemeinsam mit dem Vater des Jungen an einer Gerichtsanhörung teil. Sie habe die Beschuldigten dort persönlich sehen wollen, diese seien jedoch nicht im Saal gewesen. Die Anhörung wurde auf den 12. und 13. November vertagt. <h3> „Ich will Gerechtigkeit“</h3>„Domenico bringt mir niemand zurück. Aber ich will Gerechtigkeit“, sagte die Mutter. Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt gegen sieben Personen aus dem neapolitanischen Transplantationsteam wegen Verdacht auf fahrlässige Tötung. <BR /><BR />Das Ärzteteam aus Neapel, das die Entnahme in Bozen durchgeführt hatte, steht im Verdacht, einen Fehler bei der Konservierung des Spenderherzens gemacht zu haben. Bekanntlich soll es auf Trockeneis gelagert und dadurch beschädigt worden sein. Trotzdem sei es dem Buben eingesetzt worden. <BR /><BR />Das Team, das die Transplantation in Neapel durchgeführt hat, wird verdächtigt, das Herz des Buben vorzeitig entnommen zu haben, bevor er Zustand des Spenderherzens überprüft worden sei. Die Staatsanwaltschaft mutmaßt auch, dass die Krankenakte des Buben gefälscht worden sein könnte – insbesondere hinsichtlich der Zeitangaben zu bestimmten Phasen der Transplantation.