Es herrscht offensichtlich viel Unmut in kirchlichen Gremien – vor allem über die fehlende Information und Kommunikation im Zusammenhang mit der Bestellung des Geistlichen. Denn selbst die Mitglieder der einzelnen Pfarrgemeinderäte wurden über das Vorhaben anscheinend nicht in Kenntnis gesetzt. <BR /><BR />Ein Gespräch der Diözese habe es nur mit den Mitgliedern des Pfarreienrates gegeben – und diese seien angewiesen worden, nur Auskünfte zu geben, wenn sie darauf angesprochen wurden, heißt es.<h3> Mehr Transparenz gefordert</h3>Das bestätigt eine Stellungnahme des Sextner Pfarrgemeinderates im Pfarrbrief. Dort schrieb der Rat: „Auch wir haben erst am 1. September durch die Medien von der Beauftragung von Don Carli erfahren.“ <BR /><BR />Zugleich wird darin gefordert: „Wir erwarten uns von der Diözesanleitung, so wie viele andere Gläubige auch, mehr Transparenz, Ehrlichkeit und die Möglichkeit mitzuentscheiden.“<h3> Zwei Rücktritte im Pfarrgemeinderat Winnebach</h3>Noch deutlicher fiel die Reaktion in Winnebach aus: Dort traten im Zuge der Ereignisse zwei Mitglieder des lediglich vierköpfigen Pfarrgemeinderats zurück. <BR /><BR />Claudia Pfeifhofer und Helga Tschurtschenthaler, beide seit acht Jahren im Gremium tätig, erklärten ihren Rückzug aus Enttäuschung über den Umgang mit der Situation. „Die Leute haben uns darauf angesprochen, und wir konnten ihnen nichts sagen, weil wir selbst nichts wussten“, sagt Pfeifhofer.<BR /><BR />Als sie im Rat um Auskunft baten, wurden sie auf ein für Ende September geplantes Informationstreffen für alle Pfarrgemeinderäte der Seelsorgeeinheit verwiesen. Don Carli wäre da schon im Oberpustertal tätig gewesen. „So lange wollten wir nicht warten“, erklärt sie. <BR /><BR />Gemeinsam mit Tschurtschenthaler traf sie sich daher mit den Eltern der Ministrantinnen und Ministranten, um offen über die Lage zu sprechen. „Wir wollten nie, dass Don Carli nicht kommt“, betont Pfeifhofer. „Aber es war uns wichtig, die Eltern der Kinder vorab zu informieren. Die Kinder sind unser Hab und Gut – wir müssen sie unbedingt schützen.“<BR /><BR />Nach dem Rücktritt habe die Pfarrspitze kein Gespräch mehr mit den beiden gesucht. „Das war schon sehr enttäuschend“, sagt Pfeifhofer. In der Folge gaben die beiden Frauen auch ihre Verantwortung für die Ministranten sowie ihren Lektorendienst ab. Die Pfarrverantwortliche von Winnebach war für eine Stellungnahme leider nicht erreichbar.