Dienstag, 14. September 2021

Fall Eitan: Das Außenministerium schaltet sich ein

Das Außenministerium in Rom schaltet sich im Fall des 6-jährigen Eitan Biran ein, dem einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore im Mai, der am Samstag von seinem Opa mütterlicherseits von Pavia nach Israel gebracht worden war.

Wo der kleine Eitan Biran (im Bild), der einzige Überlebende der Seilbahn-Tragödie am Mattarone, in Zukunft leben wird, darüber streiten die Familien seiner Eltern erbittert.
Wo der kleine Eitan Biran (im Bild), der einzige Überlebende der Seilbahn-Tragödie am Mattarone, in Zukunft leben wird, darüber streiten die Familien seiner Eltern erbittert. - Foto: © ANSA / ANSA / RED
Das Kind wurde der Schwester seines Vaters, Aya Biran, entzogen, die von den italienischen Behörden das Fürsorgerecht für den 6-jähriger Buben israelischer Abstammung erhalten hatte. Das Kind wird laut den Großeltern derzeit in einem Krankenhaus in Tel Aviv behandelt. Zuvor war es mit einem Privatflug von Lugano nach Israel geflogen worden. Eitan bekomme die bestmögliche physische und psychologische Behandlung in Israel, versicherten die Angehörigen, die den Buben ohne die Erlaubnis der Tante nach Israel mitgenommen hatten.

Im Hintergrund läuft ein Sorgerechtsstreit mit anderen Angehörigen. „Das Außenministerium prüft den Fall, um dann einzugreifen“, erklärte Außenminister Luigi Di Maio gestern.

Die Staatsanwaltschaft der Stadt Pavia, in der Eitans Tante Aya Biran und die verstorbenen Eltern des kleinen Eitans lebten, hat inzwischen eine Untersuchung gegen Eitans Großvater Shmuel Peleg wegen mutmaßlicher Entführung des Kindes eingeleitet.

Cristina Pagni, eine der Anwältinnen von Aya Biran, erklärte gestern, sie prüfe, ob sie sich auf das Haager Entführungsübereinkommen von 1980 berufen solle, um den Buben nach Italien zurückzuholen.

Die italienischen Anwälte des Großvaters berichteten ihrerseits, der Mann habe aus Frust gehandelt, da es ihm in den vergangenen Monaten nicht gelungen war, die Stimme seiner Familie beim Verfahren zur Ernennung eines Vormunds für das Kind zur Geltung zu bringen. Shmuel Peleg habe impulsiv gehandelt.

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