Sempio, ein 37-jähriger Freund von Chiaras Bruder Marco, steht im Verdacht, an dem Mord an der Studentin beteiligt gewesen zu sein.<BR /><BR /><BR />Vor dem Gericht in Pavia leitete die Ermittlungsrichterin Daniela Garlaschelli die abschließende Anhörung der Sachverständigen und Parteigutachter. Eine zentrale Rolle spielte die Genetikerin Denise Albani, die ihre DNA-Analyse vorstellte und Fragen der Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklage beantwortete. Im Anschluss wurden Gutachten zu Fingerabdrücken aus dem Wohnhaus der Getöteten in Garlasco nahe Pavia erörtert.<BR /><BR />Anwesend waren Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie die Anwälte des wegen des Mordes rechtskräftig zu 16 Jahren Haft verurteilten früheren Freundes der Ermordeten, Alberto Stasi, die Verteidiger von Andrea Sempio und die Rechtsvertreter der Familie Poggi. Stasi erschien persönlich im Gerichtssaal.<BR /><BR />„Alberto Stasi ist bei den Verhandlungen immer anwesend gewesen. Es war ihm sehr wichtig, heute persönlich dabei zu sein – in größtem Respekt vor der Justizbehörde, die nun gegen eine andere Person ermittelt. Man darf nicht vergessen, dass es sich um dieselbe Straftat handelt, für die Alberto verurteilt worden ist“, erklärte Stasis Anwältin Giada Bocellari. Die Anwesenheit Stasis habe für alle eine besondere Bedeutung – für die Verteidigung ebenso wie für ihn persönlich, da es um sein Leben gehe. <h3> Angeklagter erscheint nicht vor Gericht</h3>Der angeklagte Sempio erschien nicht vor Gericht. Seine Anwälte erklärten, er hätte ohnehin nicht aussagen dürfen. Die Verteidigung Sempios zeigte sich nach der Anhörung zufrieden. Die vorgelegten DNA-Ergebnisse seien juristisch nicht verwertbar, hieß es. Das genetische Material sei nicht eindeutig zuzuordnen, zudem sei die verwendete Auswertungssoftware unvollständig. <BR /><BR />Auch die Anwälte der Familie Poggi äußerten sich. Sie kritisierten eine aus ihrer Sicht übermäßiges Medieninteresse für die Untersuchung und warnten davor, durch neue Ermittlungsansätze das Leben Unbeteiligter zu schädigen. An der Schuld Stasis bestehe weiterhin kein Zweifel, betonten sie. Mit dem Ende des Beweisvorverfahrens liegt es nun an der Staatsanwaltschaft zu entscheiden, ob die Ermittlungen gegen Sempio fortgeführt werden und gegebenenfalls Anklage erhoben wird.