Am Dienstag werden die Zwillinge Paola und Stefania Cappa, Cousinen des Opfers, sowie der Bruder von Chiara, Marco Poggi, als Zeugen angehört. Die Ermittler hoffen, durch ihre Aussagen zusätzliche Informationen zum Tathergang zu erhalten. <BR /><BR />Zunächst war vorgesehen, dass alle Zeugen am gleichen Tag vernommen werden, doch aufgrund eines Termins der Zwillinge Cappa wurden ihre Vernehmungen auf Dienstag vorgezogen. Paola und Stefania Cappa werden in Mailand um 10 Uhr vernommen, während Marco Poggi voraussichtlich in Mestre (Venedig) aussagen wird, was bereits bei früheren Befragungen der Fall war.<BR /><BR />Im Fokus der Ermittlungen steht weiterhin Andrea Sempio, der einzige Verdächtige im Mordfall. Sempio wird am Mittwoch vor den Staatsanwälten erscheinen, um entweder Fragen zu beantworten oder eine schriftliche Erklärung abzugeben. Er wurde kürzlich mit einem neuen Anklagepunkt konfrontiert, der eine völlig andere Rekonstruktion des Tathergangs als diejenige, die zur Verurteilung von Alberto Stasi führte, dem damaligen Freund von Chiara Poggi, beinhaltet. <BR /><BR />Laut den Staatsanwälten von Pavia soll der 38-jährige Andrea Sempio, ein Freund von Chiaras Bruder Marco, die junge Frau nach einem zurückgewiesenen Annäherungsversuch getötet haben. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe entschieden zurück und bezeichnet die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft als „absurd“.<h3> Ermittlern „Stigmatisierungsversuch“ vorgeworfen</h3>Die Anwälte von Sempio, Liborio Cataliotti und Angela Taccia, äußerten sich zu den aktuellen Entwicklungen und warfen den Ermittlern und der Öffentlichkeit vor, ein „Stigmatisierungsversuch“ gegenüber ihrem Mandanten zu betreiben. Insbesondere wird Sempio vorgeworfen, an einem Forum teilgenommen zu haben, dessen Beiträge fälschlicherweise als Hinweis auf einen möglichen Mordmotiv interpretiert wurden. Cataliotti betonte, dass die Diskussionen auf diesem Forum keinerlei Bezug zu Chiara Poggi oder dem Mordfall hätten.<BR /><BR />Er führte als Beispiel einen Beitrag an, in dem Sempio über eine frühere Enttäuschung in einer Beziehung sprach, was jedoch nicht in Zusammenhang mit der Opferstellung von Chiara Poggi zu bringen sei. Cataliotti erklärte, dass solche Posts in den Medien völlig aus dem Kontext gerissen worden seien, um Sempio in ein negatives Licht zu rücken.