Auszüge des Interviews mit der Sendung „Quarto Grado“ sind bereits veröffentlicht worden. Darin erklärt Marco Poggi: „Was mich am meisten belastet, ist, dass Chiaras Ansehen beschädigt worden ist.“<BR /><BR />Der Moderator der auf Rete 4 ausgestrahlten Sendung, Gianluigi Nuzzi, hatte das Interview zuvor in den sozialen Medien angekündigt. Er erinnerte daran, dass Marco Poggi in dem Verfahren als Nebenkläger auftritt und niemals selbst unter Verdacht stand. Chiara Poggi wurde im Jahr 2007 in ihrem Elternhaus in Garlasco getötet. Für den Mord wurde ihr damaliger Freund Alberto Stasi rechtskräftig verurteilt.<BR /><BR />Das Fernsehinterview erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Marco Poggi im Zusammenhang mit den neuen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Pavia mehrfach befragt worden ist. Im Mittelpunkt der aktuellen Untersuchung steht Andrea Sempio, ein Jugendfreund von Marco Poggi, der regelmäßig das Haus der Familie in Garlasco besuchte. Die Ermittler gehen der Hypothese nach, Sempio könne Chiara Poggi nach einer von ihr zurückgewiesenen Annäherung getötet haben.<BR /><BR />Im Interview spricht Marco Poggi auch über die Belastungen, denen er und seine Familie in den vergangenen Jahren ausgesetzt waren. „Es wurde sogar über mich gesprochen, und es wurden Vermutungen angestellt. Es belastet einen, aber man weiß, dass man nichts dagegen tun kann“, sagt er.<BR /><BR />Mit Blick auf seine Familie erklärt er weiter: „Wir wurden erneut in diese Geschichte hineingezogen, vielleicht sogar stärker als zuvor. <BR />Ich hoffe, dass wir irgendwann die Möglichkeit haben werden, dieses Kapitel abzuschließen und nach vorne zu blicken.“<BR /><BR />Besonders schmerzhaft sei für ihn gewesen, selbst mit Verdächtigungen konfrontiert zu werden. „Ein Jahr lang wurde mit dem Tod und dem Leben meiner Schwester gespielt. Dass mir eine Beteiligung unterstellt wurde, hat mich sehr verletzt. Die Ermittler hätten einige Spuren früher entkräften können“, so Marco Poggi.