Donnerstag, 17. Dezember 2020

Fall Giulio Regeni: EU macht Druck auf Ägypten

Bei ihren Bemühungen um Klarheit um den Mord an dem italienischen Doktoranden Giulio Regeni in Ägypten 2016 bekommt die Regierung in Rom Unterstützung aus Brüssel. „Die EU verfolgt den Fall Regeni genau. Wir haben Ägypten zur Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden zur Klärung der Hintergründe des Todes aufgefordert“, sagte eine Kommissionssprecherin am Donnerstag.

Giulio Regeni war in Ägypten gefoltert und ermordet worden.
Giulio Regeni war in Ägypten gefoltert und ermordet worden. - Foto: © ANSA / WEB / XX
Italiens Außenminister Luigi Di Maio hatte am Mittwoch eine Initiative angekündigt, um die EU-Kommission im Fall Regeni zu sensibilisieren. Italien erhofft sich, dass die EU Druck auf die Regierung in Kairo zur Auslieferung an Italien von 4 hochrangigen Mitgliedern der ägyptischen Geheimdienste ausübt, die von der römischen Staatsanwaltschaft für Folter und Mord an dem Doktoranden verantwortlich gemacht werden.

Die römische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Regeni 9 Tage lang mit Stöcken, Messern sowie glühenden Gegenständen und Fußtritten gefoltert wurde. Der aus Fiumicello in der Provinz Udine stammende Regeni hatte für seine Doktorarbeit in Cambridge über die ägyptische Gewerkschaftsbewegung geforscht – ein heikles Thema in dem autoritär geführten Land. Die verstümmelte, mit Foltermalen übersäte und kaum wiederzuerkennende Leiche des 28-Jährigen war 2016 am Rande einer Überlandstraße in Ägypten aufgefunden worden.

Die Familie des Doktoranden forderte die Regierung in Rom auf, den italienischen Botschafter aus Kairo zurückzurufen und eine parlamentarische Untersuchungskommission einzurichten, die den politischen Hintergründen des Mordes nachgeht. Die Regierung Conte übe zu wenig Druck auf Ägypten aus, damit die Wahrheit zum gewaltsamen Ende Regenis ans Licht komme, kritisierten die Eltern.

apa