Dienstag, 29. Mai 2018

Fall Heuschreck: War es Mord oder nicht?

Im Berufungsschwurgerichtsverfahren am Montag gegen Ester Quici scheiden sich weiterhin die Geister: Hat Quici 2015 ihren Verlobten Alessandro Heuschreck (50) umgebracht oder hat er sich die Wunden selbst mit einem Messer zugefügt?

Alessandro Heuschreck und Ester Quici. - Foto: D
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Alessandro Heuschreck und Ester Quici. - Foto: D

Die medizinischen Gutachter der Anklage legten sich am Montag im Berufungsschwurgerichtsverfahren nicht eindeutig fest. Alle Stiche und Schnitte hätten Heuschreck durch eine andere Person zugefügt worden sein können. Ebenso seien aber alle Stiche durch Selbstverletzung möglich.

Allerdings würden Menschen, die sich selbst verletzten wollen, erfahrungsgemäß das Körperteil entblößen, auf das sie mit einer Waffe zielen – was bei Heuschreck nicht der Fall war. 

Ganz anders deutete der Gutachter der Verteidigung die Verletzungen. Seiner Auffassung nach habe Heuschreck sich alle selbst zugefügt – aus „demonstrativem Zweck“ vor Quicis Augen.

Am fatalen Abend im Jahr 2015 habe Heuschreck jedoch so viele Verletzungen erlitten, dass der große Blutverlust durch alle Wunden zusammen ihn zuerst geschwächt und schließlich getötet habe. Der 50-Jährige sei in maximal 30 Minuten verblutet.

Am 29. Juni hört das Berufungsschwurgericht den psychiatrischen Gutachter Fabio Bonadiman an: Er wurde beauftragt, zu klären, ob Ester Quicis Tochter in der Verfassung ist, auszusagen. Sie selbst hatte darum gebeten: Sie sei an jenem Abend daheim gewesen und habe alles gesehen, ihre Mutter sei unschuldig.

rc/stol

stol