Sonntag, 07. Februar 2021

Fall Perselli/Neumair: Obduktion der Leiche soll Todesursache klären

Nachdem am Samstag die Leiche von Laura Perselli in der Etsch gefunden wurde, soll eine Obduktion die Todesursache klären.

Am späten Samstagnachmittag wurden Blumen und Kerzen von den Familienangehörigen  an den Fundort gestellt.
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Am späten Samstagnachmittag wurden Blumen und Kerzen von den Familienangehörigen an den Fundort gestellt. - Foto: © DLife
Am Samstagabend bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass die Leiche von Laura Perselli am Samstag, kurz vor 9.50 Uhr in der Etsch, 100 Meter nördlich der Brücke von Sankt Florian, in der Gemeinde Neumarkt gefunden wurde.

Eine Autopsie soll weitere Details ans Licht bringen. Der Zustand des Leichnams dürfte den Gerichtsmediziner nicht daran hindern, die Todesursache festzustellen.

Durch das Absenken der Etsch um 30 Zentimeter wurde die Suche am Samstag erleichtert. Bei der Suchaktion wurde die Leiche von Laura Perselli in den Fluten der Etsch gefunden. Anschließend wurde der Leichnam in das Krankenhaus von Bozen gebracht.

Am späten Nachmittag identifizierten Familienangehörige schließlich persönliche Gegenstände des Leichnams als Eigentum von Laura Perselli. Von Peter Neumair fehlt weiterhin jede Spur. Die Suche wurde aufgrund der Witterungsverhältnisse bis voraussichtlich Dienstag unterbrochen.

Neben der Fundstelle der Leiche von Laura Perselli zündeten Tochter Madé und weitere Familienangehörige am Abend eine Kerze an.



Seit 4. Januar vermisst

Der Fall hielt und hält ganz Südtirol in Atem. Von Laura Perselli und Peter Neumair fehlte seit 4. Jänner jede Spur. Die Vermisstenanzeige wurde am Nachmittag des 5. Jänner aufgegeben, nachdem ihre in München lebende Tochter Madé ihre Eltern über Stunden nicht erreichen konnte. In aufwendigen Suchaktionen wurde zu Land und zu Wasser nach den beiden Vermissten gesucht und mögliche Beweismittel/Hinweise, die zur Aufklärung des Vermisstenfalls beitragen könnten, sichergestellt. Zunächst ging man von einem möglichen Unfall aus.

Sohn gerät ins Visier der Ermittler

Doch im Laufe der Zeit geriet der 30-jährige Sohn der beiden spurlos Verschwundenen, Benno Neumair, immer mehr ins Visier der Ermittler. Es gab widersprüchliche Aussagen und eine 40-minütige Lücke im Alibi des Mannes. Eine Blutspur auf dem Geländer der Etschbrücke auf Höhe der Frizzi Au, die von Peter Neumair stammt, brachte schließlich die schlagartige Wende. Die Ermittler gingen davon aus, dass Benno Neumair seine Eltern ermordet, die Leichen anschließend an Bord des Autos des Paares, einem Volvo V70, geladen und dann auf seiner Fahrt von Bozen nach Auer, wo er an besagtem Abend zu einem Date mit seiner Freundin Martina A. verabredet war, in die Etsch geworfen habe.

Was Bennos Freundin Martina A. zu besagtem Abend zu sagen hatte, lesen Sie hier. Sie spielt als Zeugin eine wichtige Rolle in dem Fall.



Gegen Benno Neumair wird wegen zahlreicher Indizien seit 18. Jänner wegen Mord sowie des Verbergens von Leichen ermittelt, er wurde allerdings zunächst nicht festgenommen.

Dies geschah dann 10 Tage später, in der Nacht vom 28. auf den 29. Jänner. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde Benno Neumair wegen zweifacher vorsätzlicher Tötung und Verbergens der Leichen festgenommen und anschließend ins Bozner Gefängnis gebracht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, geschah die Festnahme aufgrund neuer Ermittlungserkenntnisse. Seitdem ist Benno Neumair in Haft. Es gilt weiter die Unschuldsvermutung. Vertreten wird er von den Anwälten Flavio Moccia und Angelo Polo.

Am vergangenen Mittwoch wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft mit Luminol gezielt an einigen bestimmten Stellen in der Wohnung der Vermissten in der Runkelsteiner Straße 22 in Bozen nach Spuren von Blut bzw. von Bleichmittel gesucht, das zum Beseitigen von Spuren verwendet worden sein könnte. Luminol macht nämlich beides sichtbar.

Die Fahnder nahmen auch den Innenhof bzw. Garten und den Keller unter die Lupe. Letzterer steht wie auch die Wohnung unter Beschlagnahme.

jot/vs