Donnerstag, 08. September 2016

Fall Quici: "Keiner der Stiche lässt auf Mord schließen"

18 Messerstiche hatte Alessandro Heuschreck am 21. März 2015 erlitten, bevor er langsam daran verblutete. Seine Verlobte, Ester Quici, steht als Hauptverdächtige vor Gericht. Am Donnerstag haben die medizinischen Gutachter ausgesagt.

Foto: DLife
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In einem Video, das am Montag vor dem Bozner Schwurgericht gezeigt worden war, hatte Quici zugegeben, Heuschreck mindestens einen der 18 Stiche zugefügt zu haben. Den Rest hätte Heuschreck sich selbst zugefügt, behaupten die Verteidiger.

Staatsanwältin Daniela Pol hingegen wirft der 34-jährigen Angeklagten vor, ihren Verlobten nach einem Streit verletzt und anschließend wertvolle Zeit verstreichen lassen zu haben, bevor sie Hilfe holte.

Am Donnerstag wurden die medizinischen Gutachter befragt, die mit ihrer Analyse Licht in die Sache bringen sollten. Ihr Fazit: Keiner der Stiche sei so heftig geführt worden, dass man auf Mord - oder auf Selbstmord - schließen könne. 

Diese These unterstützt die Aussage Quicis, die auf ihre Unschuld beharrt. Eine Frage, die jedoch weiterhin im Raum steht, ist, warum Quici so lange gewartet hat, Hilfe zu holen.

Die Gutachter erklärten nämlich, dass Alessandro Heuschreck zwar nicht von den Messerstichen direkt getötet wurde, aufgrund der zahlreichen Wunden jedoch langsam verblutete. Erst nach einer halben Stunde soll der Tod eingetreten sein - Zeit genug für Quici, die Rettung zu alarmieren.

stol/rc

stol