Mittwoch, 16. August 2017

Fall Regeni: Rom soll „eindeutige Beweise“ gehabt haben

Eineinhalb Jahre nach dem Fund des Leichnams des italienischen Studenten Giulio Regeni in Kairo meldet sich nun die USA zu Wort: Washington hätte Rom bereits vor langer Zeit „eindeutige Beweise“ gegen ägyptische Sicherheitskräfte geliefert.

Vor eineinhalb Jahren wurde der Leichnam von Giulio Regeni in Kairo entdeckt.
Vor eineinhalb Jahren wurde der Leichnam von Giulio Regeni in Kairo entdeckt. - Foto: © LaPresse

Einem Bericht der US-Zeitung „New York Times“ zufolge seien während Obamas Amtszeit Informationen an die Regierung Renzi geschickt worden. Diese hätten klar bewiesen, dass der damals 28-jährige Regeni vom ägyptischen Sicherheitsdienst gekidnappt, gefoltert und getötet worden ist.

Rom selbst bestreitet diese Aussagen: Man hätte in den Monaten nach dem Mord an dem Studenten keinerlei Informationen aus Washington erhalten. Auch hätte es keine „eindeutigen Beweise“ gegeben.

Italien will wieder Botschafter nach Kairo schicken 

Nun will Italien wieder einen Botschafter nach Kairo schicken und damit eine 16 Monate lange Eiszeit in den diplomatischen Beziehungen der beiden Länder beenden.

Nach dem mysteriösen Tod des Studenten hatte die italienische Regierung im April 2016 ihren Botschafter Maurizio Massari nach Rom zurückgerufen.

Fall immer noch nicht geklärt

Der damals 28-jährige Regeni forschte für seine Doktorarbeit über die ägyptische Gewerkschaftsbewegung und war mutmaßlich zu Tode gefoltert worden. Seine Leiche wurde im Februar 2016 in einem Graben in der Nähe von Kairo gefunden.

Es besteht der Verdacht, dass Regeni Opfer von ägyptischen Sicherheitskräften war. 

Die Eltern von Regeni fordern Aufklärung, fordern die Wahrheit. Auch eineinhalb Jahre nach dem Fund der Leiche findet die Bewegung „Verità per Giulio Regeni“ viele Anhänger.

stol/dpa

stol