Freitag, 17. Mai 2019

Fall Riffeser: Beutel war zurechnungsfähig

Amtsgutachter Heinz Prast ist überzeugt: Johannes Beutel war – als er laut Anklage im September 2018 am Huber Hof in Gratsch seine Frau Alexandra Riffeser getötet hat – einsichts- und willensfähig. In diesem Sinne dürfte Amtsgutachter Heinz Prast bald vor Richter Peter Michaeler das Ergebnis seiner Expertise erläutern.

Beutel selbst, der im Bozner Gefängnis sitzt, sprach gegenüber seinen Rechtsanwälten Alessandro Tonon und Marco Ferretti von einem Blackout. - Foto: Facebook
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Beutel selbst, der im Bozner Gefängnis sitzt, sprach gegenüber seinen Rechtsanwälten Alessandro Tonon und Marco Ferretti von einem Blackout. - Foto: Facebook

Erst im April hatte der Betriebsarzt der Vorarlberger Firma, für die Beutel gearbeitet hatte, ein anderes Bild des 38-Jährigen gezeichnet: Beutel sei in der Zeit vor der Tat außerordentlich belastet gewesen, er habe ihm Antidepressiva verschrieben.

Beutel selbst, der im Bozner Gefängnis sitzt, sprach gegenüber seinen Rechtsanwälten Alessandro Tonon und Marco Ferretti von einem Blackout. Er erinnere sich noch an den Streit, im Zuge dessen er Alexandra Riffeser (34) einen Stich in die Magengegend versetzt habe. Er habe seine Frau sofort ins Spital bringen wollen, sie hätten schon das Haus verlassen. Was dann genau passiert sei, wisse er aber nicht mehr.

Diesen Punkt klärte der Pathologe: Laut Autopsie wurde weitere 42 Mal mit einem Butterflymesser auf die Frau eingestochen. (STOL hat berichtet) Laut gestern durchgesickertem Ergebnis des Amtsgutachtens war die Zurechnungsfähigkeit des dringend tatverdächtigen Johannes Beutel dabei nicht eingeschränkt.

Inwieweit die Sachverständigen von Anklage, Verteidigung und Nebenklägern – für letztere erstellte der renommierte Vorarlberger Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller das Gutachten – diese Einschätzung teilen oder widerlegen, wird sich bei der Anhörung vor dem Richter zeigen.

D/rc

stol