Dr. Bigarelli berichtete als Zeugin der Verteidigung vom Zustand des Angeklagten insbesondere in der ersten Zeit nach dessen Verhaftung. Er habe nicht gesprochen, nicht gegessen, sei völlig regungslos gewesen, habe auf Reize nicht reagiert, er habe vielmehr Symptome einer Katatonie gezeigt, die sie auf seinen psychischen depressiven Zustand zurückführte. Man habe ihn wegen der Katatonie auch ins Krankenhaus gebracht, unter anderem um organische Ursachen auszuschließen. Untermauert wurden diese Aussagen von 2 Zellengenossen des Angeklagten aus dieser Zeit, die gestern ebenfalls als Zeugen angehört wurden. <BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/tag/Mordfall%20Zeeshan" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Mustafa Zeeshan wird bekanntlich vorgeworfen, seine hochschwangere Frau Fatima in der Nacht auf den 30. Jänner 2020 getötet zu haben</a> – laut Verteidigung aufgrund einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung im Schlaf. Entsprechend interessierte die Verteidigung gestern das Schlafverhalten Zeeshans in der Zelle. Er schlafe unruhig, spreche im Schlaf, sagten die Zellengenossen aus. Einmal will einer der beiden auch gehört haben, wie Zeeshan nachts mit dem Arm gegen die Wand geschlagen habe. <BR /><BR />Anschließend an die Zeugenaussagen der Gefängnisärztin konnte das Schwurgericht (Vorsitz Richter Carlo Busato) gestern einen Blick in das Familienalbum von Mustafa Zeeshan werfen. Die Verteidigung hatte 2 seiner Schwestern – Sehrish Abdula und Mehwish Mustafa, beide leben in Deutschland – in den Zeugenstand gerufen. Untermalt mit Fotos aus der Zeit nach der Hochzeit der beiden zeichneten sie ein friedliches Familienbild. Sie hätten sich gut mit ihrer Schwägerin verstanden, diese sei eine gute und brave Frau gewesen, sagten die Schwestern aus. Ihren Bruder beschrieben sie übereinstimmend als ruhigen, vernünftigen Mann, der mit allen gut auskam. Streit habe es in der Familie nicht gegeben. Auch keine Gewalt. <BR /><BR />Ein besonderes Augenmerk legte die Verteidigung gestern auf finanzielle Aspekte. So habe es ein Konto in Pakistan gegeben, das Mustafa Zeeshan auf den Namen seiner Frau eingerichtet und auf das er immer wieder Geld eingezahlt haben soll, sowohl während diese noch in Pakistan war, als auch danach.<BR /><BR /> „Wir haben von der Existenz dieses Kontos nichts gewusst“, sagte Sherish Abdula aus. Erst nach seiner Verhaftung hätte ihr Bruder ihnen davon berichtet. Insgesamt soll Zeeshan einige Tausend Euro darauf überwiesen haben. Das Geld sei wohl, so Sherish Abdula, dafür gedacht gewesen, später einmal ein Haus für die beiden in Pakistan zu kaufen.