Tausende Menschen ergriffen die Flucht, um sich in höheren Lagen in Sicherheit zu bringen, teilten die örtlichen Behörden am Samstagabend (Ortszeit) mit. Unbekannte hatten verkündet, nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage sei der Chingaza-Staudamm geborsten und die Wassermassen strömten auf die Stadt zu. Diese liegt südöstlich von Bogota und hat rund 400.000 Einwohner.Das Fernsehen zeigte Bilder von Bewohnern, die auf Lastwagen, im Kofferraum von Autos oder zu viert auf Motorrädern Villavicencio verließen. Manche hatten Möbel, Matratzen oder Hühner dabei. Rund 30 Menschen seien verletzt worden, meldete der Sender Caracol. So sei eine Frau mit ihrem Kind aus Angst aus einem Fenster gesprungen. Außerdem habe es mehrere Verkehrsunfälle gegeben.Kriminelle nutzten das Chaos für Diebstähle und Wohnungseinbrüche, wie es weiter hieß. Die Aufrufe von Polizei und Behörden, es handle sich bloß um einen Fehlalarm, konnten die Bewohner zunächst nicht beruhigen.Bürgermeister Pedro Nel Macias kündigte Ermittlungen sowie harte Strafen für die Verantwortlichen an. „Dies war ein gewissenloser Akt des Vandalismus und des Terrorismus“, sagte er. Villavicencio befindet sich in Alarmbereitschaft, seit am Donnerstag der Fluss Ocoa über die Ufer trat und vier Menschen in den Fluten ertranken. Kolumbien erlebt seit September schwere Regenfälle, die bisher 114 Menschen das Leben gekostet haben. Zehntausende verloren ihre Häuser.apa/dpa