Doch die Staatsanwaltschaft will der 45-jährigen Australierin und dem 51-jährigen Briten nun die elterliche Fürsorge entziehen.<BR /><BR />Der Fall sorgt für Diskussionen und spaltet die öffentliche Meinung. Freunde des Paares verteidigen ihr Recht, abseits der modernen Gesellschaft zu leben, die die Eltern als „katastrophal“ bezeichnen. Bei einem Kontrollbesuch stellten die Carabinieri fest, dass im Haus kein Strom, kein fließendes Wasser und keine sanitären Einrichtungen vorhanden waren. Die Kinder besuchen keine Schule, haben keinen festen Kinderarzt, leben sozial isoliert und - aus Sicht der Behörden - unter nicht angemessenen Wohnbedingungen.<BR /><BR />Die Sozialdienste und die Gemeinde Palmoli boten der Familie eine Wohnung an, doch die Eltern lehnten ab. Sie sehen die moderne Gesellschaft als schädlich für die Entwicklung ihrer Kinder. Bekannt wurde der Fall im September 2024, als die ganze Familie wegen einer Pilzvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Danach wurde die Jugendstaatsanwaltschaft eingeschaltet, die nun die Entziehung der elterlichen Sorge und die vorübergehende Unterbringung der Kinder in einem Heim beantragt hat.<BR /><BR />Die Eltern betonen, ihre Kinder seien gesund und glücklich, und verteidigen ihren Lebensstil. „Zum Glück handelt es sich hier weder um Gewalt noch um Verwahrlosung, wie sie leider viele Familien betrifft. Es ist vielmehr ein Sonderfall, der nur durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in den Fokus der Justiz geraten ist. Die Familie ist finanziell unabhängig, benötigt keinerlei staatliche Unterstützung und hat sich bewusst entschieden, in Italien zu leben, nachdem sie viele Länder der Welt bereist hatte, so der Anwalt der Familie, Giovanni Angelucci.<BR />“Das Ziel der Eltern ist es, ihre Kinder so lange zu schützen, bis sie alt genug sind, um selbst über ihren Weg in der Gesellschaft zu entscheiden. Die Kinder sind in perfektem psychischen und physischen Zustand, bei bester Gesundheit, im nationalen Gesundheitssystem registriert und werden von einer Kinderärztin ihres Vertrauens betreut„, so der Anwalt.<BR /><BR />Die Kinder erhalten wöchentlichen Hausunterricht von einer Lehrerin aus Molise und halten über die Handys der Eltern Kontakt zu Verwandten in Australien und Großbritannien. Die Mutter, Catherine Birmingham, ist eine ehemalige Reitlehrerin mit maltesischem Pass, die unter anderem in Deutschland und Japan gearbeitet hat. Der Vater, Nathan Trevallion, war Koch und Unternehmer im Möbelhandel. Das Paar lernte sich 2016 auf Bali kennen und zog im selben Jahr nach Italien, wo ihre drei Kinder geboren wurden.<BR /><BR />Während der Corona-Pandemie im Jahr 2021 beschlossen sie, in die Natur zu ziehen. “Wir glauben, dass Kinder fern von der Giftigkeit der westlichen Gesellschaft und Technologie aufwachsen sollten - aber gleichzeitig mit Respekt gegenüber der Natur, verschiedenen Kulturen und Religionen„, erklärten sie gegenüber Journalisten.