Mittwoch, 29. März 2017

Familientragödie in Trient: SMS kurz vor dem Tod

Es ist ein Puzzle, das Stück für Stück zusammengefügt werden muss: Die Ermittler rekonstruieren derzeit den genauen Ablauf des tragischen Montags, an dem Gabriele Sorrentino in Trient einen Hammer nahm und seine beiden Söhne Alberto und Marco erschlug.

Von der Terrasse des Hotels Panorama stürzte sich Gabriele Sorrentino rund 150 Meter in den Tod. - Foto: DLife/df
Von der Terrasse des Hotels Panorama stürzte sich Gabriele Sorrentino rund 150 Meter in den Tod. - Foto: DLife/df

Wie der Corriere della Sera schreibt, hätte der Tag normal begonnen:

Mutter Sara habe kurz nach 7 Uhr die gemeinsame Wohnung verlassen, um zur Arbeit zu gehen. Sie sei mit ihrem Mann jedoch stets per SMS in Kontakt geblieben. Anschließend hätte Sorrentino die beiden 4 und 2,5 Jahre alten Söhne zurechtmachen sollen: Der Großvater würde gegen 8.30 Uhr vorbeikommen, um sie abzuholen und den Älteren zur Vorschule bringen sollen.

Doch dann schrieb der 43-Jährige eine SMS: Die Kinder hätten nicht gut geschlafen, weshalb sie heute zu Hause bleiben würden. Er würde sie gegen 10 Uhr selbst zur Großmutter bringen.

„Stai tranquilla“

Sie kamen jedoch nie bei ihrer Oma an: Die Gerichtsmediziner gehen davon aus, dass der Tod der beiden Kinder zwischen 7 und 10.15 Uhr eingetreten ist. Während dieses Zeitraums hätte Sorrentino stets den Kontakt zu seiner Frau, dem Großvater und der Großmutter aufrechterhalten - via SMS.

Gegen Mittag hätte Sorrentino einen Termin mit dem Notar gehabt - vermutlich, um den Kauf der Luxuswohnung abzuschließen. Ein Termin, zu dem er nie auftauchte.

Die Überwachungskameras beweisen, dass der Familienvater gegen 10 Uhr mit seinem Volvo aus der Garage fuhr. Er steuerte seinen Wagen in Richtung Sardagna, wo er gegen 10.15 Uhr auf der Panoramaterrasse ankam. Kurz bevor er sich in die Tiefe stürzte, schickte er noch eine SMS an seine Frau: „Stai tranquilla“, Mach dir keine Sorgen.

stol/liz

stol