Donnerstag, 23. November 2017

Familienzentrierte Pflege: Was ist das?

Am besten ist es doch zuhause: Dort stellen sich die meisten Senioren ihren Lebensabend vor. In Gesundheit, wie in Krankheit möchten sie dort betreut und gepflegt werden. Auch für sie selbst wäre das am besten. Wie das gelingen udn vor allem unterstützt werden kann, wird nun anhand eines Pilotprojekts "Familienzentrierte Pflege" in Aldein getestet. Dort gibt es 310 über 65-Jährige, um die es sich zu kümmern gilt.

Die ersten Familienpflegerinnen: Irmgard Fink, Renate Kalser und Rosa Hillebrand.
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Die ersten Familienpflegerinnen: Irmgard Fink, Renate Kalser und Rosa Hillebrand.

Das Konzept der familienzentrierten Pflege stammt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und beruht auf der Erkenntnis, dass die Familie den Gesundheitszustand jedes einzelnen Familienmitglieds beeinflusst.

Durch familienzentrierten Pflege soll zum einen die Gesundheit innerhalb der Familie gefördert werden. Zum anderen soll bei eventuell bestehender Krankheit oder Behinderung ein besseres Symptom-Management bei den Betreuten sowie eine Verringerung der Belastungen der pflegenden Angehörigen erreicht werden.

Spezielle Familien- und Gemeinschaftskrankenpfleger

Unterstützt werden die Familien dabei von speziell ausgebildete Krankenpfleger, die in einem dreijährigen berufsbegleitenden Spezialisierungslehrgang an der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ in Bozen als Familien- und Gemeinschaftskrankenpfleger (FGKP) ausgebildet wurden.
In Aldein werden dies Rosa Hillebrand und Renate Kalser sein. Irmgard Fink begleitet das Sprengelteam und wird im Bedarfsfall als Ersatz einspringen. Am Projekt in Aldein teilnehmen werden alle Einwohner über 65, insgesamt 310 Personen.

Schrittweise auch in anderen Sprengeln

Das Projekt ist vorerst auf ein Jahr angelegt und wird von einer Studie begleitet. Der Begriff „Pilotprojekt“ trifft es in diesem Fall nicht genau, vielmehr ist das Projekt in Aldein der erste von insgesamt 20 Schritten, denn nach Auswertung der Erfahrungen und anschließender Justierung soll die „Familienzentrierte Pflege“ in den nächsten Jahren sukzessive auch in den restlichen 19 Gesundheitssprengel des Landes eingeführt werden – entsprechend den Vorgaben des neuen Landesgesundheitsplans.

Zum Menschen hinkommen

SABES-Pflegedirektorin Marianne Siller: „Mit diesem Projekt möchten wir die wohnortnahe Versorgung für die ältere Bevölkerung im Sinne eines aufsuchenden, proaktiven Ansatzes verbessern. In diesem konkreten Falle sind es nicht die Bürgerinnen und Bürger, die die Gesundheitsdienste aufsuchen müssen, es sind die Dienste, die zu den Menschen kommen und mit ihnen gemeinsam erarbeiten, wo und wie sie im Gesundheitsbereich unterstützt werden können.“

Ebenso überzeugt ist Gesundheitslandesrätin Martha Stocker von diesem innovativen Pflegeprojekt: „Die Prävention einerseits und die wohnortnahe Versorgung andererseits sind zentrale Grundpfeiler des Landesgesundheitsplanes 2016 – 2020. Mit Hilfe der speziell ausgebildeten Familienkrankenpflegerinnen vor Ort sollte es besser gelingen, die Menschen möglichst lange gesund und fit für ihr Leben im gewohnten Umfeld zu erhalten oder im Krankheitsfalle den Krankheitsverlauf optimal zuhause zu begleiten. In enger Zusammenarbeit mit den Hausärzten bieten die Familienkrankenpflegerinnen damit eine überaus wertvolle Unterstützung für die gesamte Familie.“

stol

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