Mittwoch, 17. Februar 2021

Fasching: In Prad hagelt es Corona-Strafen

Am gestrigen Faschingsdienstag war es in Prad auffallend ruhig. Offensichtlich steckte nicht wenigen noch der Schrecken vom Unsinnigen Donnerstag in den Knochen, als die Carabinieri im Sinne der Lockdown-Bestimmungen einschritten und eine Reihe von hohen Verwaltungsstrafen verhängten.

Faschingsfeiern in Prad kommen mehreren Personen teuer zu stehen.
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Faschingsfeiern in Prad kommen mehreren Personen teuer zu stehen. - Foto: © shutterstock
Inoffiziellen Meldungen zufolge soll in Prad am Unsinnigen Donnerstag das traditionelle Zusslrennen – wenn auch im kleinen Rahmen – stattgefunden haben. Einige Prader konnten sich offensichtlich nicht damit abfinden, dass diese Tradition heuer wegen des Lockdowns unterbrochen werden sollte.

Es kam, wie es kommen musste: Aus der ursprünglich geplanten einen Runde durch das Dorf wurden mehrere und innerhalb kurzer Zeit fanden sich Zuschauer ein. Sie bildeten Gruppen, wobei es – immer laut inoffiziellen Informationen – mit der Einhaltung der Corona-Bestimmungen nicht so genau genommen wurde.

Zahlreiche Anrufer meldeten sich in der Folge unter anderem bei der Notrufzentrale, die die Carabinieri und die Finanzwache verständigte. Als die Ordnungshüter mit einem Großaufgebot in Prad eintrafen, war das illegale Zusslrennen schon vorbei. Nur noch einige wenige Teilnehmer und Zuschauer waren noch im Dorf unterwegs.

Strafbescheide über jeweils 400 Euro

Wie ein Prader dem Tagblatt „Dolomiten“ mitteilte, hätten die Carabinieri Jugendliche, die einzeln durch das Dorf spazierten, angehalten und ihre Daten aufgenommen. Die Ordnungshüter hätten sich verständnisvoll gegeben und die Jugendlichen aufgefordert, nach Hause zu gehen. Doch die böse Überraschung folgte auf den Fuß: Es trudelten Strafbescheide über jeweils 400 Euro ein. „Bisher bereits 40 Stück“, sagte der Prader, der die Vorgangsweise der Carabinieri als Schikane empfindet. Da der Großteil der besagten Jugendlichen über kein eigenes Einkommen verfüge, müssten nun deren Familien für die Summe aufkommen.

Auch Bürgermeister Rafael Alber hatte vom Vorfall am Unsinnigen Donnerstag und den Strafbescheiden der Ordnungshüter erfahren. „Es ging um Menschenansammlungen, die derzeit nicht erlaubt sind.“

Die Carabinieri teilten den „Dolomiten“ auf Anfrage mit, dass sie sich in den nächsten Tagen zu den Ereignissen rund um den Unsinnigen Donnerstag äußern werden.

d/no

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