„Die Zahl wird nach oben gehen, da wir die Suche wieder aufgenommen haben und voraussichtlich weitere Leichen geborgen werden“, sagte ein nepalesischer Polizeisprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Die Such- und Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Mehr als 5.000 Rettungskräfte von Armee und Polizei sind im Einsatz. Auch internationale Hilfe lief an.<BR /><BR /> <video-jw video-id="qS3iU0Ze"></video-jw> <h3> Helfer dringen in Katastrophengebiet vor</h3>Indes sind weitere chinesische Rettungskräfte in das Katastrophengebiet im Südwesten Tibets aufgebrochen. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, erreichte ein Flugzeug mit 111 Experten der Feuerwehr aus Sichuan und Peking den Flughafen in Tingri. <BR /><BR />Mit Autos würden sie von dort noch fünf bis sechs Stunden zum von der Flut überspülten Grenzübergang Gyirong benötigen, hieß es weiter.<h3> Rund 600 Reisende vermisst</h3>Wie das Staatsfernsehen weiter berichtete, erschwerten die großen Schlammmassen in dem Gebiet den Zugang für große Fahrzeuge. Allein in Nepal stieg Behördenangaben zufolge die Zahl der Vermissten auf 826, darunter fast 600 Ausländer aus mehr als zwei Dutzend Ländern. Auf chinesischer Seite wurden drei Tote und 558 Vermisste gemeldet, darunter 260 Ausländer. <BR /><BR />Viele der Opfer befanden sich auf einer Pilgerreise zum Berg Kailash in Tibet, der unter anderem im Hinduismus und Buddhismus als heilig gilt. Überlebende berichteten von dramatischen Szenen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-76097325_gallery" /><BR /><BR />Am Vortag hatten die Behörden noch von 265 Vermissten gesprochen. Viele Tote wurden demnach viele Kilometer flussabwärts an der Grenze zu Indien entdeckt – und waren offenbar von den Fluten extrem weit mitgerissen worden. Ein Polizeisprecher sagte, teilweise seien nur Leichenteile gefunden worden.<BR />lnepal und dem Südwesten Tibets gilt als beliebtes Wandergebiet.<h3> Gletscherabbruch wohl Auslöser der Sturzflut</h3>Auslöser der verheerenden Sturzflut war nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ein Gletscherabbruch. Die USGS, die zunächst ein Erdbeben als Ursache für das Unglück vermutet hatte, erklärte am Donnerstag, die gemessene seismische Aktivität sei auf die abgehende Eis- und Gerölllawine zurückzuführen gewesen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1352109_image" /></div> <BR /><BR />Mittwochfrüh hatte die USGS zunächst ein Erdbeben der Stärke 4,4 nahe der Grenze zwischen Nepal und China gemeldet. Am Donnerstag erklärte sie dann, in der Grenzregion habe sich am Mittwoch um 8.37 Uhr Ortszeit „ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 ereignet“. Weitere Analysen hätten ergeben, dass es dabei nicht um ein Erdbeben gehandelt habe, sondern um einen Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine und „katastrophalen Folgen“.<BR /><BR />Auch das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (Icimod) in Kathmandu geht davon aus, dass eine Lawine aus Eis und Geröll von einem Gletscher die Sturzflut auslöste. Die Lawine habe erst den Fluss Lhende blockiert und dann die gigantische Flutwelle freigesetzt, sagte der Icimod-Experte Saswata Sanyal.<h3> „Das Ausmaß dieser Katastrophe ist erschütternd“</h3>Die US-Regierung will Betroffene mit Notunterkünften, frischem Wasser und anderen Hilfsgütern unterstützen. Insgesamt belaufe sich die Katastrophenhilfe auf 500.000 US-Dollar (rund 430.000 Euro), teilte das Außenministerium mit. Ein Berater für Katastrophenhilfe sei in die Region entsandt worden, um den Hilfseinsatz zu unterstützen. „Die Vereinigten Staaten sprechen den Familien und Angehörigen derjenigen, die bei den verheerenden Sturzfluten im nepalesischen Bezirk Rasuwa ihr Leben verloren haben, ihr tiefstes Beileid aus“, hieß es weiter.<BR /><BR />„Das Ausmaß dieser Katastrophe ist erschütternd“, sagte Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich in einer Aussendung am Donnerstag. Hilfsorganisationen suchen demnach unter schwierigsten Bedingungen nach Vermissten. Zahlreiche Straßen sind verschüttet oder unpassierbar, viele Orte von der Außenwelt abgeschnitten. „Für die Betroffenen zählt jetzt jede Stunde. Während vielerorts nach Vermissten gesucht wird, brauchen Tausende Menschen dringend Schutz, Nahrung und Unterstützung. Jetzt kommt es auf schnelle Hilfe an“, so Bodmann.<BR /><BR />Nepal gehört zu den ärmsten Ländern Asiens, und gerade in den abgelegenen Himalaya-Regionen ist die Infrastruktur vielerorts äußerst fragil. Straßen sind schmal und schwer zugänglich, Brücken und Verkehrswege können bei Unwettern schnell zerstört werden. Gleichzeitig lebt das Land in hohem Maße vom Tourismus - und der Himalaya mit Achttausendern wie dem Mount Everest und dem Annapurna ist sein größtes Kapital.