Donnerstag, 23. Juli 2020

Fast 5 Unfälle am Tag – 609 Führerscheine wegen Trunkenheit eingezogen

Das Landesinstitut für Statistik ASTAT hat die Daten zu den Verkehrsunfällen und den eingezogenen Führerscheinen in Südtirol aus dem Jahr 2019 veröffentlicht.

609 Führerscheine wurden im Jahr 2019 wegen Trunkenheit am Steuer eingezogen.
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609 Führerscheine wurden im Jahr 2019 wegen Trunkenheit am Steuer eingezogen. - Foto: © shutterstock
Im Jahr 2019 geschahen in Südtirol 1694 Verkehrsunfälle mit Verletzten oder Toten, also durchschnittlich 4,6 Unfälle am Tag. Die Zahl der getöteten Personen belief sich auf 46 und ist im Verhältnis zu den Vorjahren relativ hoch, jene der Verletzten beläuft sich auf 2209. Bei der Statistik wurden nur Verkehrsunfälle, die Verletzung oder den Tod einer oder mehrerer Personen zur Folge hatten, berücksichtigt. Unfälle, die nur Sachschäden verursachten, fallen nicht in die Statistik.

Sterberisiko auf Landes- und Staatsstraßen deutlich höher


Auf den Straßen im Ortsbereich ereigneten sich im Jahr 2019 rund 829 Unfälle. Dabei wurden 953 Personen verletzt und 4 Personen getötet. Die geringere Unfallschwere mit einem Sterberisiko von 0,5 Prozent auf den Straßen im Ortsbereich könnte laut ASTAT auf die niedrigere Fahrgeschwindigkeit von 30-50 Kilometer pro Stunde zurückzuführen sein.

Auf den Landes- und Staatsstraßen geschahen 683 Unfälle mit 996 Verletzten und 32 zwar weniger Unfälle als im Ortsbereich, das Sterberisiko war auf diesen Straßen wesentlich höher und belief sich im Mittel auf 4,7 Prozent.

Zahlenmäßig weniger Unfälle wurden auf den Gemeindestraßen außerhalb der Ortschaften (81) und auf der Autobahn (98) registriert; dies auch deshalb, weil das diesbezügliche Straßennetz wesentlich kleiner ist. Insgesamt gab es 94 Verletzte und 5 Tote auf den Gemeindestraßen und 164 und 4 Tote auf der Autobahn.

Das durchschnittliche Sterberisiko auf den Südtiroler Straßen nahm im Vergleich zu 2018 (1,9 Prozent) im Jahr 2019 mit 2,7 Tote je 100 Unfälle deutlich zu.

Mehr als 200 Fußgänger in Verkehrsunfälle verwickelt

Im Jahr 2019 wurden bei Verkehrsunfällen 213 Fußgänger in Mitleidenschaft gezogen, 208 wurden verletzt und 5 getötet. Dabei waren 39,4 Prozent der verunglückten Fußgänger Senioren mit 65 oder mehr Jahren und rund 15,5 Prozent Jugendliche unter 18 Jahren.
Zudem verunglückten 338 Personen mit einem Fahrrad. Unter ihnen gab es 2 Tote.

504 Menschen verunglückten mit einem Moped oder Motorrad. Darunter verloren 16 Personen ihr Leben. Doppelt so viele Bürger verunglückten mit einem Pkw (1062). Die Zahl der Todesopfer beläuft sich hier auf 18.

Mehr Pkw- und Motorradunfälle

Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Verunglückten mit Pkw deutlich zurückgegangen. Bei den Motorradfahrern ist kein eindeutiger Trend festzustellen, während bei Fußgängern, besonders aber bei Radfahrern seit der Jahrtausendwende eher ein Anstieg der Verunglückten beobachtet wird.

Gegenüber 2018 ist die Zahl der Verunglückten mit Pkw (+3,3 Prozent) und Motorrad beziehungsweise Moped (+2,0 Prozent) angestiegen, während die Zahl der verunglückten Radfahrer (-4,0 Prozent) und Fußgänger (-4,1 Prozent) zurückgegangen ist.

Wieder mehr Betrunkene am Steuer


Im Jahr 2019 wurden 609 Führerscheine wegen Trunkenheit am Steuer eingezogen. Vor 12 Jahren (2008) waren es noch etwa doppelt so viele (1160). Ab dem Jahr 2008 wurden die Art. 186 und 187 der Straßenverkehrsordnung verschärft und die Beschlagnahmung des Fahrzeuges bei einigen Vergehen vorgesehen.

Seit 2008 ist die Zahl der eingezogenen Führerscheine tendenziell rückläufig. Dieser rückläufige Trend wurde 2016 unterbrochen, als die Zahl vorübergehend auf 666 anstieg. Besorgniserregend ist, dass der Trend im vergangenen Jahr wieder nach oben zeigt. 2019 ist die Zahl an eingezogenen Führerscheinen gegenüber dem Vorjahr um 11,1 Prozent auf 609 angestiegen .

stol