Sonntag, 11. Oktober 2020

Fast 800 Migranten auf Lampedusa eingetroffen

Nach einer 3-wöchigen Pause ist die süditalienische Insel Lampedusa wieder mit einer neuen Migrationswelle konfrontiert. Am Sonntag trafen 20 Boote mit insgesamt 353 Tunesiern auf Lampedusa ein. Am Samstag hatten bereits 15 Boote mit 433 Migranten an Bord die Insel zwischen Tunesien und Sizilien erreicht, berichteten die lokalen Behörden.

Lega-Chef Matteo Salvini spricht von einem „Scheitern“ der Migrationspolitik der Regierung in Rom.
Lega-Chef Matteo Salvini spricht von einem „Scheitern“ der Migrationspolitik der Regierung in Rom. - Foto: © APA (AFP) / ALBERTO PIZZOLI
308 Migranten, die seit Samstag auf Lampedusa eingetroffen sind, gingen an Bord des Quarantäneschiffes „Snav Adriatico“, auf dem sie 2 Wochen bleiben müssen. 8 Personen wurden positiv auf Covid-19 getestet. Zur Unterbringung der anderen Migranten wird ein zweites Quarantäneschiff im Hafen von Lampedusa erwartet.

Auch in der süditalienischen Region Kalabrien kamen Migranten an. 7 Migrantenboote landeten in den vergangenen 8 Tagen in der Region. Am Sonntag erreichten 57 iranische und irakische Bürger den Hafen der Ortschaft Roccella Jonica. Auf Sardinien landeten am Samstag 27 Migranten, am Sonntag waren es 20.

Lega-Chef Matteo Salvini sprach von einem „Scheitern“ der Migrationspolitik der Regierung in Rom. Er kritisierte, dass sich die Zahl der Migrantenankünfte 2020 gegenüber dem Vorjahr, als die Lega noch in der Regierung in Rom saß, verdreifacht habe.

24.550 Migranten sind nach Seefahrten über das Mittelmeer seit Anfang 2020 in Italien eingetroffen, teilte das italienische Innenministerium mit. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es 7939.

apa