Merci wurde 1899 in Riva del Garda geboren. Er besuchte das Gymnasium „Filzi“ in Rovereto, dort sind in den letzten Tagen mehrere Dokumente zu seiner Person aufgetaucht.<BR /><BR /> Merci sprach perfekt Deutsch, so kam er als Grundschullehrer nach Bozen. 1938 wurde er zum Militärdienst eingezogen, nach Einsätzen in Frankreich, Albanien und Griechenland wurde er am 4. Oktober 1942 als Dolmetscher in das italienische Generalkonsulat von Thessaloniki versetzt. Seine Aufgabe war es, den Kontakt mit den Besatzern, also der deutschen Wehrmacht und der Gestapo, aufrecht zu halten. <BR /><BR />In der zweitgrößten Stadt Griechenlands gab es eine italienische Kolonie mit vielen jüdischen Handelstreibenden. Ab Februar 1943 wurden die ersten Juden aus Thessaloniki nach Mitteleuropa deportiert. Merci begann, ein geheimes Tagebuch mit seinen Beobachtungen und Daten zu führen. 50.000 Menschen wurden von März bis Mai 1943 abtransportiert, er berichtet unter anderem von Partisanenerschießungen und der Eliminierung eines kompletten Dorfes.<h3> Er kauft Fahrkarten für die Flucht</h3>Am 11. April kam der Befehl, auch mit jüdischen Griechen verheiratete, italienische Frauen zu deportieren. Damit begann die Mission Mercis. Am Konsulat wurde die Rettung der Personen eingeleitet, indem ihnen die italienische Staatsbürgerschaft wieder anerkannt oder verliehen wurde. Alle wurden von Merci aus dem Ghetto persönlich abgeholt.<BR /><BR /> Nachdem am 8. Juni 1943 die letzten „Italiener“ das Lager verlassen hatten, wurde die Rettungsaktion auf griechische und spanische Bürger erweitert. Die Faschisten deportieren weiterhin Juden. Merci kauft persönlich Fahrkarten, um ihnen die Flucht zu ermöglichen. Nach dem Bruch Italiens mit Deutschland wurde auch Merci am 10. September verhaftet, durfte aber bis zur Schließung des Konsulats Ende 1943 weiter arbeiten. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="861329_image" /></div> <BR />Im Februar 1946 erkannte die jüdische Gemeinde von Thessaloniki an, dass er 113 Menschen gerettet hatte. Tatsächlich hat Merci mindestens 436 Menschenleben gerettet, wie die Historikerin Carla Giacomozzi herausfand. <BR /><BR />Merci starb im Jahr 1984. Erst durch einen Hinweis aus dem Stadtarchiv von Neapel wurde Giacomozzi im Jahr 2005 auf den stillen Helden aufmerksam, 2 Jahre später konnt sie das Ergebnis ihrer Nachforschungen der Öffentlichkeit vorstellen. Der damalige Bozner Bürgermeister Senator Luigi Spagnolli überreichte der Familie Merci bei einer Tagung auf Schloss Maretsch eine Gedenktafel zu Ehren seiner Person.