Bei seiner Ankunft in Rom nach einer Antillen-Reise wurde der Unternehmer auf dem römischen Flughafen Ciampino festgenommen und in die Strafanstalt Rebibbia gebracht. Scaglia soll noch am Freitag vernommen werden.„Ich will mit den Staatsanwälten sprechen, um alle Vorwürfe aus dem Weg zu räumen“, erklärte Scaglia nach Angaben italienischer Medien. Scaglia, der seine völlige Unschuld beteuerte, hatte Fastweb gegründet, die Gesellschaft war 2007 an Swisscom verkauft worden. Damit rückte Scaglia zu den reichsten italienischen Unternehmern auf.Scaglia und Fastweb-Geschäftsführer Stefano Parisi werden beschuldigt, zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Mrd. Euro in Rechnung gestellt zu haben. Damit hätten sie den Fiskus um 365 Mio. Euro betrogen. Die Ermittlungen betrifft auch die Tochter der Telecom Italia, Telecom Italia Sparkle. Insgesamt 80 Personen sind laut jüngsten Angaben der Justizbehörden in den Sog der Ermittlungen geraten.Das international organisierte Geldwäsche-Netz soll laut der römischen Staatsanwaltschaft auch Verbindungen zur ’Ndrangheta, der kalabresischen Mafia, gepflegt haben. In diesem Zusammenhang habe die Organisation die Wahl des Senators Nicola Di Girolamo, Mitglied der Regierungspartei Pdl von Regierungschef Silvio Berlusconi, bei den Parlamentswahlen im April 2008 aktiv unterstützt. Di Girolamo soll mit aktiver Unterstützung der ’Ndrangheta zum Senator gewählt worden sein.apa