Auch für das zweite Teilstück der Unterinntalbahn zwischen Radfeld und Kufstein/Schaftenau (20,5 Kilometer) droht die Verschiebung auf den St. Nimmerleinstag. Dies berichtet tt.com am Donnerstag.<BR /><BR /><b>Von Peter Nindler</b><BR /><BR />Aus budgetären Gründen will das Verkehrsministerium den Bau an das deutsche Ausbautempo angleichen und damit auf unbestimmte Zeit verschieben. Der ÖBB-Rahmenplan soll dementsprechend überarbeitet werden. Schon im Vorjahr wurde bekannt, dass die Fertigstellung erst zwei Jahre später, im Jahr 2039, erfolgt. Rund 3,5 Milliarden Euro kostet der viergleisige Ausbau.<h3> Bundesregierung will auf unbestimmte Zeit verschieben</h3>Landeshauptmann Anton Mattle (VP) ist jedenfalls alarmiert. „Die Bundesregierung riskiert eine Bankrott-Erklärung in der Transitpolitik. Wenn Österreich seine Zulaufstrecken nicht ausbaut, dann gibt man der deutschen Bundesregierung in Berlin mit ihrer Aufschiebe-Taktik Recht.“ Tirol akzeptiere „keine Abstriche bei der Verlagerung von der Straße auf die Schiene“, stellt Mattle unmissverständlich klar.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315158_image" /></div> <BR /><BR />„Die Bundesregierung riskiert eine Bankrott-Erklärung in der Transitpolitik“, kritisiert Mattle. Bereits im Vorjahr habe man die budgetäre Verzögerung zähneknirschend in Kauf genommen. Der Ausbau der Unterinntaltrasse sei im Rahmenplan der Bundesbahn vereinbart und per Gesetz beschlossen. Tirol akzeptiere keine Abstriche bei der Verlagerung von der Straße auf die Schiene, macht Mattle deutlich.<h3> Dieser fatale Schritt wird massiven Widerstand in Tirol auslösen</h3>Der Landeshauptmann kündigt jedenfalls Widerstand an. „Wenn wir Berlin beim Bau des Brenner-Nordzulaufs in die Pflicht nehmen wollen, dann darf die österreichische Bundesregierung keine falschen Signale senden. Ich warne die Bundesregierung deshalb vor diesem fatalen Schritt, der massiven Widerstand in Tirol auslösen wird.“ Schließlich geht es auch um die Verladeterminals und die Kapazitäten auf der Schiene. <BR /><BR />„Der Brennerbasistunnel ist das größte Infrastrukturprojekt in Europa. Seine volle Kapazität kann er aber nur ausschöpfen, wenn auch der Zulauf ausgebaut ist und es ausreichend Verladeterminals gibt.“<h3> Mattle warnt Bundesregierung</h3>Den Basistunnel mit den Zulaufstrecken bezeichnet Mattle als einzige Perspektive für eine echte Entlastung und die Verlagerung von mehr als einer Million Lkw von der Straße auf die Schiene. Fast 30 Prozent der Tiroler Bevölkerung würden direkt entlang der Autobahn leben. <BR /><BR />„Auch die europäische Wirtschaft hat allergrößtes Interesse, dass die Schiene wettbewerbsfähig und der Basistunnel ein voller Erfolg wird.“ Beim Tunnel droht ebenfalls Ungemach. Das Bauprogramm wird überarbeitet, die Inbetriebnahme könnte sich um zwei Jahre verzögern. Statt 2032 würden erst 2034 die ersten Züge durch den Tunnel rollen.