Freitag, 18. März 2022

Fataler Badeunfall vor Gericht

Am 1. Juni entscheidet sich, ob sich ein Bademeister und ein Sicherheitsbeauftragter, die im Sommer 2014 für die Brixner Acquarena tätig waren, wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung vor Gericht verantworten müssen. Bis zum heutigen Tag warten die Hinterbliebenen des damals 12-jährigen Ilias El Hachimi, der bewusstlos am Grund eines Beckens treibend aufgefunden wurde, auf Schadenersatz.

Der tragische Badeunfall hatte sich im großen Becken der Acquarena in Brixen ereignet. Ob es für einen Bademeister und einen Sicherheitsbeauftragten zum Hauptverfahren kommt, entscheidet sich bald.

Der Badeunfall hatte sich am 7. Juni 2014 im großen Freiluftbecken ereignet, wo das Wasser 1,80 Meter tief ist. Eine Mittelschülerin hatte den am Beckenboden liegenden, reglosen Körper des Jungen bemerkt und Alarm geschlagen. 2 Bademeister zogen den Buben an Land.

Durch Zufall waren ein Arzt des Krankenhauses Brixen und eine Pflegerin des Sprengels in der Nähe. Die beiden begannen sofort mit der Wiederbelebung des jungen Badegastes. Diese wurde dann vom sofort herbeigerufenen Notarzt weitergeführt. Der schaffte es schließlich nach rund einer halben Stunde, den 12-Jährigen zu reanimieren.

Der Bub wurde zunächst ins Brixner Krankenhaus gebracht, aufgrund seines kritischen Zustandes dann aber mit dem Landesrettungshubschrauber Pelikan 2 nach Verona verlegt. Doch trotz aller Bemühungen der Ärzte blieb der Junge in einem komaähnlichen Zustand, er war ein Pflegefall.

Der Bub starb im April 2019

Vor dem Friedensrichter in Brixen wurde wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung ein Verfahren gegen einen Bademeister und einen Sicherheitsbeauftragten angestrengt. Doch im April 2019 änderte sich die an sich schon tragische Sachlage: Der Bub starb. Nun lautete die Vorhaltung auf fahrlässige Tötung und wurde damit ein Fall fürs Bozner Landesgericht.

Die Staatsanwaltschaft erhebt den Vorwurf, dass sich das Unglück ereignet habe, weil der Aufsichtspflicht nicht nachgekommen worden sei. Die Vorverhandlung wurde gestern aufgrund eines Zustellungsproblems auf den 1. Juni vertagt.

Die Familie des Jungen tritt als geschädigte Partei auf und dürfte sich als Nebenkläger einlassen, kämpft indes seit rund einem Jahr auch auf zivilrechtlicher Ebene um Schadenersatz. Beklagte sind dabei der Eigner bzw. damalige Betreiber des Schwimmbades, der Sicherheitsverantwortliche, der Koordinator der Bademeister, der Bademeister selbst und die jeweiligen Versicherungen.

stol

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