Während die Trachtenmusikkapelle Maishofen (Salzburg) nun den Marsch aus ihrem Repertoire gestrichen hat (siehe eigener Bericht), sieht Pepi Fauster hierzulande keinen Grund, den Stimmungsmacher von der Liste zu nehmen.Südtirol Online hat mit dem Verbandsobmann der Südtiroler Musikkapellen gesprochen.Südtirol Online: Die Trachtenmusikkapelle Maishofen hat den Marsch „Dem Land Tirol die Treue“ aus dem Programm genommen. Fällt die beliebte Nummer nun auch bei Südtiroler Musikkapellen weg?Pepi Fauster: Nein, daran denken wir momentan nicht. Dann müssten die Zwischenrufe schon extrem werden.STOL: Die Rufe sind Ihnen aber bekannt?Fauster: Ja, ich habe die Schreie im Sommer 2011 miterlebt: Ich war mit einem Freund zufällig auf einem Fest in der Innsbrucker Gegend, als Privatperson, nicht als Verbandsobmann. Auch da wurde „Gott sei Dank“ gerufen. Mein Freund stand an einem anderen Ort als ich, er hat die Schreie ebenso gehört.STOL: Besorgniserregend?Fauster: Ich finde, man sollte aus diesen Vorkommnissen nun kein Politikum machen. Oft habe ich die Schreie nicht gehört, in Südtirol überhaupt noch nie. Zudem stammen die „Gott sei Dank“-Rufe meist nicht von Musikern oder Menschenmassen, sondern von Einzelpersonen im Publikum.STOL: Besteht denn die Möglichkeit, das Verhalten des Publikums zu beeinflussen?Fauster: Als Musikkapelle kann man das überhaupt nicht kontrollieren – im Gegenteil: Der Marsch selbst bietet nur ganz kurz die Möglichkeit ‚Gott sei Dank‘ hineinzurufen, das sind vielleicht zwei Sekunden.STOL: In Südtirol besteht also keine Gefahr für den Marsch.Fauster: Ja. Wir spielen „Dem Land Tirol die Treue“ ja nicht, um eine politische Aussage zu tätigen. Es geht um ein bisschen Heimatgefühl. Wir sind einfach Tiroler – und dazu können wir stehen.pg