Seit Jahren schon übersteigt die Nachfrage das Angebot. Vor allem das Kunstgymnasium und die Fachoberschule für Wirtschaft - mit Schwerpunkt Sport - locken viele Mädchen und Buben nicht nur aus Gröden, sondern auch von auswärts zum Studium nach St. Ulrich. Ähnliches gilt für die Landesberufsschule für das Kunsthandwerk „Cademia“. Auf diese an sich erfreuliche Entwicklung war der Grödner Hauptort nicht vorbereitet. Derzeit fehlen Heimplätze ebenso wie Ausspeisungen und Turnhallen.<h3> „Große organisatorische Aufgabe“</h3>Man behilft sich, so gut es eben geht. Der Mensadienst wird teils in örtliche Restaurants ausgelagert, zudem leisten auch die Köchinnen und Köche des Kindergartens oder der Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung ihren Beitrag.Für Ulrichs Bürgermeister Tobia Moroder ist das auf Dauer keine Lösung: „Die Restaurants sind nicht immer geöffnet und die Aufteilung der Ausspeisung auf mehrere Einrichtungen ist eine organisatorische Herausforderung.“ <BR /><BR />Viel zu klein ist auch das Schülerheim „Assudëi“. Der Vorschlag, das Gebäude um ein Stockwerk zu erhöhen, hat sich als nicht machbar erwiesen. So suchen die Schüler nach privaten Unterkünften in St. Ulrich – oft vergebens. Auch die Turnhallen müssen aufgrund hoher Schülerzahlen oft zeitgleich von mehreren Klassen – oder außerschulisch von mehreren Vereinen - genutzt werden, mit allen damit verbundenen Einschränkungen.<h3>Eine Lösung für viele Probleme</h3>Ressortdirektor André Comploi hat deshalb im Auftrag von Landesrat Daniel Alfreider eine Reihe von Gesprächen initiiert und es scheint endlich einen gemeinsamen Lösungsansatz zu geben. Der Bürgermeister von St. Ulrich fasst diesen wie folgt zusammen: „Wenn es gelingt, in der Sportzone Mulin da Coi ein zweites Fußballfeld zu bauen, könnte die Gemeinde St. Ulrich ihren Fußballplatz auflassen und den Grund dem Land zur Verfügung stellen. Die Fläche wäre groß genug, um zentrumsnahe ein neues Schülerheim mit 120 Plätzen, eine Schulmensa und eine Mehrzweckhalle zu errichten. Damit wären alle Probleme gelöst.“<BR /><BR />Die Sportzone Mulin da Coi fällt jedoch in die Zuständigkeit der Nachbargemeinde St. Christina. Deren Bürgermeister Christoph Senoner zeigt sich aufgeschlossen: „Grundsätzlich ist vereinbart, dass die Sportzone in St. Christina ausgebaut wird und dem ganzen Tal dienen soll. Wir haben bereits den Bauleitplan abgeändert und könnten einen zweiten Fußballplatz errichten.“ <BR /><BR />Senoner sagt aber auch, dass noch viele Details zu klären sind, allen voran die Finanzierung: „Das Land ist für die Oberschulen zuständig und damit für die Turnhalle und das Schülerheim, es wird also die nötigen Mittel aus dem Landeshaushalt aufbringen. Aber es gibt Schnittstellen, denn auch die Gemeinden sind eingebunden und damit kommen Mehrkosten auf sie zu.“<h3> „Weiter Weg, aber die Richtung ist vorgegeben“</h3>Das weiß auch sein Amtskollege Tobia Moroder. „Es gilt gemeinsam einen Schritt nach dem anderen setzen, beginnend beim Raumprogramm. Es ist ein .“ Bereits in den nächsten Tagen ist ein weiteres Treffen der Ausschüsse von St. Ulrich und St. Christina geplant. Dabei geht es um weitere Details, zum Beispiel, ob das zweite Feld in Molin da Coi mit Kunstrasen ausgestattet wird und wie sich die Grödner Gemeinden, inklusive Kastelruth, an den Kosten für die gemeinschaftliche Sportzone beteiligen.<BR /><BR />In die Gespräche eingebunden sind auch die Grödner Sportvereine. Sie tragen das Projekt angeblich voll mit. Die Koordinierung läuft zwischen den Grödner Gemeinden und den Ressorts Hochbau und Ladinische Bildung, auf politischer Ebene also unter der Regie der Landesräte Daniel Alfreider und Christian Bianchi. Landesrat Alfreider möchte auch die aktuelle Lage verbessern. Mit kurzfristig machbaren Maßnahmen soll Schülerinnen und Schülern der Alltag erleichtert werden, von Unterkunftsmöglichkeiten bis zu verbesserten Fahrplänen.