„Dieser Akt ist ganz klar zu verurteilen“, sagte Bürgermeister Claudio Corrarati gestern. Was war geschehen? „Als ich gegen 7.30 Uhr das Rathaus betreten wollte, fiel mir eine Schmiererei auf dem Boden auf: Dort war der Schriftzug '22 Würmer' in gelber Farbe zu sehen, zudem befand sich daneben ein riesiger roter Fleck“, erklärte Corrarati. Noch gestern Vormittag wurde die Schmiererei entfernt, ein bisschen Farbe blieb aber nach wie vor erkennbar.<BR /><BR />Der Schriftzug „22 Würmer“ bezieht sich allem Anschein nach auf die 22 Gemeinderäte der Mehrheit, die in der jüngsten Sitzung des Rates gegen ein von den Mitte-Links-Parteien Grüne, PD und Team K eingebrachtes Dokument gestimmt hatten.<h3> „Bozen sollte Stellung beziehen“</h3>„Dabei ging es darum, dass die Stadt Bozen zur sehr schlimmen Situation im Gazastreifen eine Stellung bezieht und sich klar gegen das Vorgehen des israelischen Staates positioniert“ betonte Team-K-Gemeinderat Matthias Cologna gestern auf Nachfrage. „Leider hat die Mehrheit das Dokument, das von mehr als 1.000 Bürgern unterschrieben worden war, nicht genehmigt.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1216200_image" /></div> <BR /><BR />„Die Situation im Gazastreifen ist sehr schlimm, das ist uns allen bewusst. Wir konnten aber nicht für das Dokument stimmen, da einige Punkte nicht akzeptabel waren, u.a. die israelische Regierung zu verurteilen“, erläuterte Corrarati die Entscheidung, gegen das Dokument gestimmt zu haben.<h3> „Das ist eine feige Tat“</h3>„Wir leben in einer Zeit, in der jeder Mensch seine Meinung frei äußern darf – das ist auch gut so. Die Schmiererei ist aber ein äußerst respektloser Akt gegenüber den Institutionen“, unterstrich Corrarati, der hinzufügte: „Wir müssen aufpassen, dass die Situation künftig nicht eskaliert. Besonders in den sozialen Medien ist das Ganze schon seit einiger Zeit ausgeartet.“<BR /><BR />Derzeit laufen Ermittlungen, um den oder die Verantwortlichen der Schmiererei ausfindig zu machen. „Wir haben bereits Anzeige gegen Unbekannt erstattet und die Sache bei den Ordnungshütern gemeldet“, sagte der Bürgermeister. Derzeit würden die Aufnahmen einiger Überwachungskameras ausgewertet. „Das war jedenfalls eine feige Tat“, meinte Corrarati gestern abschließend.