Weil der geologische Bereitschaftsdienst nicht avisiert wurde, hat das Landesamt für Geologie und Baustoffprüfung unter Direktor Volkmar Mair bisher auch keinen Ortsaugenschein mit einem Hubschrauber durchgeführt. Laut Mair würde das nach den Witterungsereignissen auch wenig Sinn machen. <BR /><BR />„Die meisten Spuren sind verwischt“, betont er. „Dementsprechend haben wir keine Informationen über die Materialmenge. Beim Material handelt es sich um Porphyr der Laugen-Formation – ausgebrochen aus einer markanten Felsrippe in der Mitte der Fainlahn auf zwischen 2070 und 2100 Metern Seehöhe.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="973675_image" /></div> <BR /><BR /> Dieser Bereich ist laut dem Geologen stark geklüftet, wobei die Klüfte hangauswärts fallen und dementsprechend die Blöcke talwärts rutschen. Auslöser der Felsgleitung seien starke Niederschläge gewesen. „Sie haben dazu geführt, dass alle Klüfte wassergefüllt waren“, sagt er. Dann sei es zu einem Kälteeinbruch gekommen, der zu einem intensivem Frost-Tau-Wechsel geführt habe. Weitere Abbrüche seien nicht auszuschließen. <BR /><BR />„Nachdem alle Felsblöcke oberhalb der Galerie abgelagert wurden, bestand keine unmittelbare Gefahr für die Gampenpassstraße“, erinnert er. „Überdies ist die Galerie ein Bauwerk, das sowohl als Lawinen- wie als Murschutz geplant und gebaut worden ist.“ Daher sei die Stahlbetonstruktur der Galerie von einem mächtigen „Schutzmantel“ aus Schuttmaterial überdeckt, der zudem einen Erosionsschutz gegen Murgänge (Gerinne aus Zyklopensteinen) trage.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-62546948_quote" /><BR /><BR /> „Aus diesem Grund sind derzeit keine Sperrungen oder andere Einschränkungen und Maßnahmen geplant“, beruhigt er. „Verbauungen im oberen Bereich der Rinne können – falls überhaupt nötig – erst nach der Schneeschmelze im Frühjahr angedacht und geplant werden.“ Der Steig, der auf einer Länge von rund 130 Metern die Fainlahn quere und vom Gampenpass zur Gfrillner Laugenalm führe, sollte gemieden werden.<BR /><BR />Nach dem Abbruch wurde vom Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd die Situation überprüft: „Dabei haben wir uns in erster Linie auf das Bachbett des Lahnbachs und den Bereich oberhalb der Galerie der Gampenpassstraße konzentriert“, berichtet Amtsdirektor Thomas Thaler. „Dort liegen einige große Blöcke und Geröll. Eine Räumung im Bachbett ist jedoch derzeit nicht sinnvoll, da keine Verklausungen und Schäden zu erwarten sind.“<BR /><BR /> Daher habe man beschlossen, die Situation regelmäßig zu kontrollieren. Weitere Maßnahmen seien nicht geplant. „Felsstürze fallen grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich des Amtes für Geologie und Baustoffprüfung“, sagt Thaler.<BR />