Santino Bonfiglio stand unter Hausarrest, nachdem Daniela Zinnanti ihn am 5. Februar erneut wegen schwerer Körperverletzung angezeigt hatte – damals hatte er ihr sieben Rippen gebrochen. Der zuständige Ermittlungsrichter hatte in der Vorsichtsmaßnahme ausdrücklich die Überwachung durch eine elektronische Fußfessel angeordnet.<BR /><BR />Wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet, war das Gerät zum Zeitpunkt der Vollstreckung des Hausarrests jedoch nicht verfügbar. Die Installation der Fußfessel war für den heutigen Donnerstag geplant.<BR /><BR />Eine Verzögerung, die Daniela Zinnanti das Leben kostete: Ohne die elektronische Sicherung konnte Bonfiglio am Montagabend unbemerkt aus seiner Wohnung fliehen und seine Ex-Partnerin aufsuchen.<h3> Ein Massaker aus Rache?</h3>Inzwischen liegt ein Geständnis des 67-jährigen Ex-Lkw-Fahrers vor. Laut seinem Anwalt, Oleg Traclo, wollte Bonfiglio die 50-Jährige zur Rede stellen – und zwar explizit wegen der zweiten Anzeige wegen Misshandlung, die zu seinem Hausarrest geführt hatte. <BR /><BR />Bonfiglio behauptete gegenüber seinem Anwalt, die Frau habe sich die Rippenbrüche bei einem Sturz im betrunkenen Zustand selbst zugezogen.<h3> Brutale Attacke</h3>Daniela Zinnanti wurde mit rund 40 Messerstichen regelrecht massakriert. Gefunden wurde die Leiche in einer Blutlache von ihrer Tochter, die im siebten Monat schwanger ist. Sie erlitt einen schweren Schock und wird weiterhin im Krankenhaus betreut.<BR /><BR />Die mutmaßliche Tatwaffe wurde in der Nähe der Wohnung unweit eines Müllcontainers entdeckt. Noch ist unklar, ob das Messer aus der Wohnung der Frau stammt oder ob der Täter es mitgebracht hatte. Sollte sich Letzteres bestätigen, könnte sich der Vorwurf der Staatsanwaltschaft auf vorsätzliche Planung der Tat verschärfen.<h3> „Sie glaubte, sie könne ihn ändern“</h3>Besonders erschütternd sind die Worte von Roberto Zinnanti, dem Bruder des Opfers. Er macht deutlich, dass die Familie das Unheil kommen sah. „Wir als Familie sind verzweifelt. Mehr als einmal haben ich und meine anderen fünf Brüder Daniela gesagt, sie solle diesen gewalttätigen Mann verlassen und den Kontakt abbrechen“, so Roberto Zinnanti.<BR /><BR />Nach der jüngsten Attacke, die Daniela mit sieben gebrochenen Rippen ins Krankenhaus brachte, schien die Wende geschafft: „Dieses Mal hatte sie sich entschieden, die Beziehung zu dieser Person endgültig zu beenden.“ Für den Bruder ist das schreckliche Ende daher ein „angekündigter Femizid“.<BR /><BR />Daniela Zinnanti, die sich um ihre betagte Mutter kümmerte und von ihrem Bruder als „wunderbare Frau“ beschrieben wird, die ihre Familie und ihre Tochter über alles liebte, war in eine Spirale der Gewalt geraten. „Leider hat sie diesen gewalttätigen Mann kennengelernt und war anfangs davon überzeugt, ihn ändern zu können“, erzählt Roberto Zinnanti. Diese Hoffnung führte dazu, dass sie eine erste Anzeige wegen Misshandlungen wieder zurückzog.