Die Betroffenen sind in den vergangenen Tagen aus Norditalien und dem Ausland angereist, um schließlich festzustellen, dass ihre gebuchte Unterkunft überhaupt nicht existierte.<h3> Bürgermeister: „Derartige Dimensionen eines solchen Falls habe ich in Cesenatico noch nie erlebt“</h3>Statt einer Unterkunft fanden sie an der angegebenen Adresse lediglich die Geschäftsstelle einer Versicherungsagentur vor. Nach Angaben von Bürgermeister Matteo Gozzoli nutzten die Betrüger Fotos einer tatsächlich existierenden Wohnung, die im nationalen Register für Kurzzeitvermietungen eingetragen ist. Über Buchungsplattformen lockten sie Interessenten an und brachten sie dazu, Anzahlungen oder den gesamten Mietbetrag an vermeintliche Vermieter zu überweisen.<BR />„Derartige Dimensionen eines solchen Falls habe ich in Cesenatico noch nie erlebt“, sagte Gozzoli. <BR /><BR />Die Gemeinde und die örtlichen Betriebe reagierten umgehend: Hotels und Campingplätze stellten teilweise kostenlos Unterkünfte zur Verfügung. Für größere Familien öffnete die Stadt das historische Gebäude des Tourismuspalastes, wo ein klimatisierter Aufenthaltsbereich mit Sanitäranlagen und Trinkwasser bereitstand.<h3> Billige Angebote als Köder</h3>Die Betrüger setzten offenbar auf besonders attraktive Preise. Eine Woche Aufenthalt in der Hochsaison wurde teilweise für weniger als 800 Euro angeboten - rund 50 bis 60 Prozent unter dem üblichen Marktpreis. Zudem habe die Unterkunft keine Bewertungen aufgewiesen, erklärte der Bürgermeister.<BR /><BR />Eine Frau aus der Stadt Sant'Agata Bolognese gehört zu den Betroffenen. Sie wollte für August eine Unterkunft in Cesenatico buchen und stieß auf das Angebot. „Ich komme seit Jahren nach Cesenatico. Dieses Jahr hatte ich keine Unterkunft mehr gefunden und deshalb über Booking gesucht. Dort entdeckte ich das Residence da Andrea und rief direkt bei der Unterkunft an“, erzählt sie. Die Anbieter hätten ihr eine Wohnung angeboten, die rund 200 Euro günstiger gewesen sei als der auf der Plattform angegebene Preis.<h3> Über 50 Anzeigen erstattet</h3>Um sicherzugehen, habe sie vor der Buchung überprüft, ob das Gebäude tatsächlich existiere. „Ich habe mit einer Frau gesprochen, die mir alle Informationen gegeben hat. Sie verlangten eine Anzahlung in Höhe der Hälfte des Gesamtbetrags. Der Aufenthalt vom 10. bis 24. August kostete 1.300 Euro, also habe ich am 23. Juli 650 Euro überwiesen.“<BR />Erst nach der Zahlung seien Zweifel aufgekommen. „Zunächst sagte man mir, die Zahlung sei noch nicht eingegangen. <BR /><BR />Am nächsten Tag bestätigte man die Reservierung - aber ohne mir eine Buchungsnummer zu schicken.“ Die Frau wollte zusätzliche Sicherheit, weil sie mit ihrer behinderten Großmutter anreisen wollte. „Ich erklärte, dass ich die Reise organisieren müsse. Daraufhin sagte mir ein Mann am Telefon - vielleicht aus Mitleid -, dass es sich um einen Betrug handle.“ Die Frau erstattete daraufhin Anzeige bei den Carabinieri. Nach ihren Angaben melden sich immer mehr weitere Opfer.<BR /><BR />Inzwischen wurden nach Angaben der Gemeinde mehr als 50 Strafanzeigen erstattet. Die Carabinieri ermitteln gegen die Verantwortlichen. <BR />Sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, will sich die Gemeinde Cesenatico wegen des entstandenen Imageschadens als Nebenkläger beteiligen. Bürgermeister Gozzoli rief Urlauber zu besonderer Vorsicht<BR />auf: Angebote mit auffallend niedrigen Preisen sollten genau geprüft werden. Vor einer Zahlung sei es wichtig, Bewertungen und Seriosität der Unterkunft zu kontrollieren.