<BR />Seitdem bei einer Bürgerversammlung bekannt wurde, dass das ursprünglich in Kiens geplante, dort aber abgelehnte Fernheizwerk nun nahe an der Wohnsiedlung am Issinger Weiher errichtet werden soll, gehen die Wogen hoch. 348 Bürgerinnen und Bürger unterstützen mit ihrer Unterschrift einen Einwand gegen den Beschluss des Pfalzner Gemeindeausschusses, mit dem ein Waldgebiet am Issinger Weiher umgewidmet wird, um dort eine „Zone für die Erzeugung von Energie“ auszuweisen und das Fernheizwerk zu errichten. <BR /><BR />Laut dem mit den Unterschriften knapp 50 Seiten umfassenden Einspruch seien „etwa 90 Prozent“ der Bevölkerung am Issinger Weiher und in Mühlen und „an die 90 Prozent“ der Bevölkerung des Dorfes Issing gegen das Fernheizwerk an dieser Stelle. Angeführt werden zahlreiche Gründe für das Nein, die von der Nähe zu Wohnhäusern und Erholungszone über die Schwerverkehrs-, Lärm- und Abgasbelastung bis hin zur Tatsache reichen, dass das Werk zum größten Teil Fernwärme für die Nachbargemeinde produzieren werde – wo das Werk 2 Mal vom Gemeinderat abgelehnt wurde. Ebenso erinnern die Einbringer des Einspruchs daran, dass sich Issing seit Jahren den Anschluss an das Fernheizwerk in Pfalzen wünsche. Deshalb werde die Gemeindeverwaltung ersucht, „in diesem Sinne aktiv zu werden“. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67369519_quote" /><BR /><BR />Genau hier sieht Bürgermeister Roland Tinkhauser ein Problem. „Die Anbindung von Issing an das Fernheizwerk von Pfalzen ist technisch und finanziell nicht realisierbar. Das wurde geprüft und stellt keine Alternative dar“, sagt er. Deshalb frage er sich, ob es redlich sei, das Nein zum Standort in Issing mit diesem Wunsch bzw. dieser Forderung zu verknüpfen. Er gehe jedenfalls davon aus, dass es „ein relativ gutes Interesse“ der Issinger an der geplanten Fernwärmegenossenschaft gebe, kenne die Zahl jener, die entsprechende Vorverträge unterschrieben haben, aber noch nicht. <BR /><BR />Wie geht es nun weiter? „Das Thema Fernheizwerk wird erneut im Gemeindeausschuss besprochen und danach wird es wohl auch eine Grundsatzdiskussion im Gemeinderat geben“, sagt Tinkhauser. Die Entscheidung über das Werk treffe der Gemeinderat, sagt der Bürgermeister, bekennt aber, dass es derzeit dort nicht nach einer Mehrheit ausschaue. Außerdem seien bereits Rekurse beim Verwaltungsgericht angekündigt worden. Da die für das Projekt zugesagten PNRR-Geldmittel an bestimmte Fristen gebunden sind, seien große Verzögerungen nicht möglich.