Mittwoch, 03. Februar 2021

Fernunterricht: Leihservice von PCs soll ausgebaut werden

Der Fernunterricht stellt immer noch viele Familien in Südtirol vor große Herausforderungen, vor allem auch technischer Natur – wenn etwa nur 1 Computer pro Haushalt verfügbar ist. Am Mittwoch wurde im Landtag der Ausbau des Leihservice für Schülerinnen und Schüler diskutiert.

Der Fernunterricht ist für viele Familien immer noch vor allem eine technische Herausforderung.
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Der Fernunterricht ist für viele Familien immer noch vor allem eine technische Herausforderung. - Foto: © shutterstock
Der Antrag für den Ausbau des Leihservice der Schulen für Schülerinnen und Schüler war bereits im November andiskutiert worden, sei nun jedoch aktueller denn je, erklärte Brigitte Foppa, die gemeinsam mit ihren Parteikollegen Hanspeter Staffler und Riccardo Dello Sbarba den Antrag gestellt hatte.

Sandro Repetto (Demokratische Partei - Bürgerlisten) wies darauf hin, dass viele keine ausreichende Internetverbindung hätten und dass keine Beiträge dafür zur Verfügung stünden.

Es gehe um einen gleichberechtigten Zugang zum digitalen Unterricht, erklärte Andreas Leiter Reber (Freiheitliche). Viele Familien stünden vor großen Herausforderungen, vor allem jene mit mehreren Kindern, die sich die Geräte teilen müssten.

Alex Ploner (Team K) fragte nach dem Stand der Dinge bei den Beiträgen für die technische Ausrüstung der Lehrpersonen. In der Wirtschaft gehe man ab von Firmengeräten, die Mitarbeiter nutzten die eigenen Geräte und passten daher auch besser darauf auf. Er fragte, ob man einen Computerscheck andenken könne, damit sich die Familien den Ankauf leisten könnten. Der Antrag gehe in die richtige Richtung.

Magdalena Amhof (SVP) unterstützte den Antrag, den sie mitunterzeichnet habe. Es sei wichtig, dass den Schülern während des Lockdowns die nötigen Geräte zur Verfügung stünden. Ein weiterer Lockdown für Schulen sei ja nicht ausgeschlossen. Wichtig sei auch die technische Begleitung, denn bei Problemen mit dem Computer bräuchten viele Hilfe. Für Kinder und Jugendliche sei diese Zeit eine schwere Belastung, daher seien sie nach Möglichkeit zu unterstützen.

Josef Unterholzner (Enzian) fragte, ob es bereits einen Leihservice gebe. Er kündigte Unterstützung an, obwohl nichts die sozialen Kontakte vor Ort ersetzen könne.

Es gebe bereits einen Leihdienst für PCs, der aber auszubauen sei, erklärte Landesrat Giuliano Vettorato. Bei den Verbindungsgeschwindigkeiten gebe es noch Probleme. Nach einer Bestandsaufnahme 2020 habe man das Glasfasernetz Richtung Schulen ausgebaut. Der Ankauf von SIM sei umständlich, da ein Wettbewerb nötig sei. Viele Schulen würden aber Tablets mit SIM zur Verfügung stellen.

Auch Bildungslandesrat Philipp Achammer unterstützte den Antrag.

Die Internetausstattung sei für viele Familien ein Problem. Ein Leih-PC sei aber noch nicht die Lösung, viele Familien hätten sich schwer getan mit der Bedienung und hätten Unterstützung gebraucht.

Bereits während des ersten Lockdowns habe man einige hundert Geräte zur Verfügung gestellt, diesen Service wolle man ausbauen. Für den IT-Bonus gebe es bereits einen Vorschlag, der nun rechtlich geprüft werde, damit auch rückwirkend auf 2020 abgerechnet werden könne. Der Bücherscheck gelte übrigens auch für Hard- und Software.

Brigitte Foppa dankte für die breite Zustimmung. Es gehe um ein Stück Chancengleichheit in dieser schwierigen Zeit und um eine Hilfe für die Familien.

Die Prämissen des Antrags wurden abgelehnt, der beschließende Teil wurde mit 32 Ja und 3 Nein angenommen.

lpa