Ihr charakteristischer Festzeltcharakter soll auch beim geplanten Neubau erhalten bleiben. Zugleich ist eine moderne, vielseitig nutzbare Halle vorgesehen. Bürgermeister Stefan Gufler erklärte bei der jüngsten Ratssitzung, dass die Vereine in die Planung mit einbezogen wurden. <BR /><BR />„Wir haben das Projekt allen Vereinen vorgestellt und uns ihre Wünsche angehört. Es hat sich dann eine kleine Gruppe gebildet, die sich aktiv in die Planung eingebracht hat“, berichtete er. So habe man einen Konsens gefunden, der von den Vereinen mitgetragen wird. <h3> Punktuelle Vergrößerung</h3>Geplant hat die neue Festhalle Architekt Alexander Burger vom Büro Dejaco & Partner in Brixen. Er hat dem Gemeinderat das Projekt vorgestellt. Der hinterste Gebäudeteil, der vom Bauhof genutzt wird, bleibt demnach bestehen. Die Festhalle wird abgebrochen und neu aufgebaut. Um Kosten zu sparen, bleibt die Grundplatte erhalten. <BR /><BR />Die neue Festhalle wird etwas weiter in Richtung Kneippanlage verschoben, um mehr Abstand zur Straße zu gewinnen. Die Halle wird nur punktuell etwas erweitert. Die Sanitäranlagen werden so angeordnet, dass sie auch unabhängig vom Hallenbetrieb nutzbar sind.<BR /><BR />Architekt Burger setzt auf eine flexible Nutzung: „Es wird keine fixe Bühne mehr geben, sondern mobile Bühnenelemente, die mit wenigen Handgriffen aufgebaut werden können“, erklärte er. <h3> Neubau mit moderner, flexibler Nutzung</h3>Entlang einer Wand sind wie bisher ein Thekenbereich und ein Technikraum vorgesehen. Auf der gegenüberliegenden Seite entstehen ein Lager, ein kleines Büro und eine größere Küche. Von dort aus ist zudem ein kleiner Ausschank ins Freie in Richtung Kneippanlage geplant, der unabhängig vom Hallenbetrieb genutzt werden kann. Auf diese flexible Doppelnutzung wurde bei der Planung besonderes Augenmerk gelegt.<h3> Kosten auf zwei Millionen Euro beziffert</h3>„Der Festzeltcharakter der derzeitigen Halle soll erhalten bleiben, allerdings mit einem modernen Erscheinungsbild“, erklärte er. Die Halle ist für Veranstaltungen mit über 600 Personen ausgelegt. Mit einer Ausnahmegenehmigung kann sie über 1000 Personen fassen. Auf eine gute Akustik wird daher ebenfalls Wert gelegt. Die Baukosten betragen rund zwei Millionen Euro.<BR /><BR />In der Diskussion merkte Gemeinderat Renato Bussola an, dass bei Baukosten von zwei Millionen Euro auch ein neuer, besser geeigneter Standort in Betracht gezogen werden könnte. Außerdem regte er eine Bürgerbefragung an. Bürgermeister Gufler wies auf die Einbindung aller Vereine hin. „Die Vereine stehen hinter uns, und als gewählte Volksvertreter steht es uns auch zu, dass wir diese Entscheidung treffen“. <BR /><BR />Das Projekt wurde schließlich bei einer Gegenstimme (Bussola) und vier Enthaltungen genehmigt. Als Nächstes wird die Gemeinde bei der Provinz um eine Finanzierung ansuchen.<h3> Von Vereinen für die Vereine</h3>Vor fast genau 57 Jahren, am 15. Mai 1969, ist die Festhalle im Gemeindepark in Wiesen feierlich eröffnet worden. Errichtet wurde das Gebäude von der Musikkapelle und der Feuerwehr Wiesen, um bei Festen witterungsunabhängig zu sein. <h3> Musikkapelle und Feuerwehr errichteten die Festhalle</h3>Unter erheblichen finanziellen Belastungen und mit unzähligen unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden bauten die beiden Vereine die Festhalle mit ihren charakteristischen „Nagelbindern“. Aus bürokratischen und steuerlichen Gründen haben Musikkapelle und Feuerwehr das Gebäude später der Gemeinde übertragen. <BR /><BR />Die Festhalle wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrmals umgebaut und verbessert. Die Gemeindeverwaltung hat sich nun hauptsächlich deshalb für einen Neubau entschieden, weil die Anpassung an die modernen Brandschutzbestimmungen bei einer Sanierung kaum möglich wäre.