„Eigentlich unglaublich, wie ein Brandstifter über Wochen Feuer legen konnte, ohne entdeckt zu werden“, erinnert sich Vizebürgermeister Luis Walcher an diese dramatische Brandserie zurück.<BR /><BR />Es war am 11. Juli 2022, als oberhalb der Haselburg 2 Waldbrände ausgebrochen sind. Weil es zu jener Zeit im ganzen Land aschtrocken war, waren solche Brände zunächst nicht weiter ungewöhnlich. „Aber als wir zum 3. Einsatz binnen kürzester Zeit gerufen wurden und es gleichzeitig mehrere Brandherde an verschiedenen Orten gab, war klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht“, erzählt Florian Raffeiner, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gries. <BR /><BR />Tatsächlich hatte es in diesen Tagen immer wieder am Hörtenberg, am Guntschnahang, oberhalb der Haselburg und auch bei Sigmundskron gebrannt . „Als ich morgens das Haus verließ, habe ich als Erstes geschaut, ob es nicht schon wieder irgendwo brennt“, erinnert er sich. Und manchmal seien sie von einem Einsatz zurückgekehrt, hätten das Einsatzauto ausgeräumt und sich umgezogen, als der „Piepser“ schon wieder piepste und sie zum nächsten Einsatz gerufen wurden.<h3> Wehrmänner kamen an ihre Grenzen</h3>Dass die Wehrmänner vergangenen Sommer wirklich an ihre Grenzen gestoßen sind, weiß auch der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bozen Stefan Ramoser. „Die vielen Einsätze, die hohen Temperaturen und die exponierten Hänge, an denen die Brände gelegt wurden, haben meiner 20-köpfigen Mannschaft alles abverlangt“, sagt er. <BR /><BR />Was die Freiwilligen Feuerwehren von Bozen und die Berufsfeuerwehr damals geleistet haben, kann auch der Vizebürgermeister nicht hoch genug schätzen. „Als klar war, dass ein Brandstifter sein Unwesen treibt, mussten die Wehrmänner ja nicht bloß die Brände löschen“, erklärt Walcher. Denn gemeinsam mit der Forstbehörde, den Carabinieri, der Staats- und Ortspolizei sei es auch darum gegangen, den Brandstifter so schnell wie möglich zu fassen. „Der Grüngürtel Bozens hat nämlich durch die vielen Brände massiven Schaden erlitten“, weiß er.<BR /><BR />Am 26. August wurde schließlich bei einem Brand am Guntschnaberg ein 21-jähriger Bozner unter dringendem Tatverdacht gefasst. Ein Wehrmann der Bozner Berufsfeuerwehr hatte ihn aufgrund von Polizeiinformationen erkannt. „Das war schon eine große Erleichterung, als diese unglaubliche Brandserie zu Ende war“, erinnert sich Walcher. <BR /><BR />Zunächst wurde der Mann unter Hausarrest gestellt, dann unter Auflage der Unterschriftspflicht bei den Ordnungshütern auf freien Fuß gesetzt. Aktuell ist noch ein Beweissicherungsverfahren im Gange, bei dem auch geklärt werden soll, inwieweit der Mann willensfähig ist. <BR />