Montag, 24. August 2015

Feuerwehr Waidbruck: Ist die Zwangspause wirklich vorbei?

Ist nun alles wieder gut? Laut eigenen Angaben wurde die Freiwillige Feuerwehr von Waidbruck am Donnerstag wieder in die Alarmpläne aufgenommen. Damit darf die Wehr nun wieder offiziell zu Einsätzen gerufen werden und ausrücken - überall, außer in der eigenen Gemeinde.

Die FFW Waidbruck wurde wieder in die Alarmpläne aufgenommen.
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Die FFW Waidbruck wurde wieder in die Alarmpläne aufgenommen.

Zur Wiederaufnahme sei es auf Anweisung von Landesrat Arnold Schuler am Donnerstag gekommen. "Demzufolge werden wir von der Landesnotrufzentrale bei Notfällen auch wieder zu den Einsätzen alarmiert", ließ die Feuerwehr dazu am Montag via Mitteilung verlauten.

Damit könne die Feuerwehr nach einer mehr als zweimonatigen Zwangspause ihren Dienst zum Wohle der Bevölkerung wieder uneingeschränkt ausüben, hieß es.

Streichung aus Alarmplänen war Gipfel des Streites

Ist die Zeit des Schlagabtausches und des Streites also vorbei?

Fakt ist: Die Feuerwehr darf vorerst lediglich in den Nachbargemeinden und nicht in Waidbruck eingesetzt werden - wo über 90 Prozent der Einsätze anfallen und wo derzeit die FFW Klausen verpflichtet ist. Für eine Wiedereinsetzung der Wehr in Waidbruck bedarf es eines Gemeinderatsbeschlusses. Der steht jedoch noch aus - und ob er überhaupt kommt, ist derzeit schwer einzuschätzen.

Denn: Zwischen Gemeinde und Feuerwehr ist man sich diesmal über den Leihvertrag für die Halle nicht einig. Das Kräfteringen geht also in eine nächste Runde.

Streit eskaliert - " ein innergemeindliches Problem"

All dem vorangegangen ist ein seit eineinhalb Jahren andauernder, erbitterter Streit zwischen Gemeinde und Feuerwehr. Dieser gipfelte darin, dass Landesrat Schuler die Feuerwehr aus allen Alarmplänen hat streichen lassen. 

„Die Freiwillige Feuerwehr von Waidbruck steht seit einem halben Jahr ohne Haushalt da. Somit kann nicht mehr garantiert werden, dass die Fahrzeuge Treibstoff haben und die Wehr einsatzfähig ist“, erklärte Schuler damals (STOL hat berichtet). In der Folge hielten sich Schuler und auch der Landesfeuerwehrverband aber zurück und stuften die Causa Waidbruck als "innergemeindliches Problem" ein.

Feuerwehr rückte trotzdem aus

Und dort gingen die Wogen seither immer wieder hoch.

Bei den Ehrenamtlichen der Feuerwehr stieß die Streichung aus dem Alarmplänen auf Unverständnis und Ärger. Und: Man hielt sich nicht daran. Die Feuerwehr war in der Folge trotz allem ausgerückt, was wiederum für Schlagzeilen und empörte Reaktionen sorgte (STOL hat berichtet).

Fehlende Rechnungen aus Ausgangspunkt

Zur Erinnerung - der Ausgangspunkt: Der Waidbrucker Gemeinderat hatte den Haushalt der Feuerwehr 2013 nicht akzeptiert und darauf den Haushaltsvoranschlag für 2015 nicht genehmigt. Grund dafür waren laut Schuler „Abweichungen zwischen Buchhaltung und Ausgaben“.

Diese Problem hat sich zwischenzeitlich auf unkonventionelle Art geklärt. Denn bei einer Ratssitzung im Juni wurde die Rechnungslegung mit den vier Stimmen der Freiheitlichen (drei davon sind Wehrmänner) nachträglich genehmigt.

Fazit: Auch wenn sich die Wehr nun wieder in den Alarmplänen findet, eine Streitbeilegung scheint nach wie vor in weiter Ferne.

stol/ker

stol