<b>von Micaela Taroni</b><BR /><BR />Die Richter nahmen die Forderung der Staatsanwaltschaft an, die die lebenslange Strafe für Turetta gefordert hatte, berücksichtigte aber nicht die erschwerenden Umstände der Grausamkeit. Turetta hatte zugegeben, die 22-jährige Cecchettin am 11. November 2023 in Fossò in der Nähe von Venedig erstochen zu haben, wenige Tage bevor sie ihren Abschluss in Biomedizintechnik an der Universität Padua machen sollte. Turetta stach 75 Mal auf sie ein, da sich die junge Frau weigerte, die Beziehung zu Turetta wieder aufzunehmen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103877_image" /></div> <BR /><BR />Den Zivilparteien wurde eine vorläufige Entschädigung in Höhe von 500.000 Euro an Gino Cecchettin, je 100.000 Euro an die Geschwister Elena und Davide, je 30.000 Euro an die Großmutter Carla Gatto und den Onkel Alessio zugesprochen. Turetta wird auch die Gerichtskosten zahlen müssen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103865_image" /></div> <BR /><BR />Die ausführliche Begründung des Urteils wird innerhalb von 90 Tagen eingereicht. Der Angeklagte saß am Dienstag vor Gericht, ebenso wie der Vater des Opfers, Gino Cecchettin, der zu den Zivilklägern in diesem Prozess gehörte. Mit gesenktem Kopf , ohne jede erkennbare Reaktion, verfolgte Filippo Turetta im Gerichtssaal die Verlesung des Urteils, mit dem er zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103868_image" /></div> <BR /><BR />Giulia Cecchettin wurde an dem Tag, an dem sie ermordet wurde, als vermisst gemeldet, nachdem sie sich mit Turetta getroffen hatte und mit ihm zum Essen gegangen war. Ihre Leiche wurde am 18. November 2023 in einer Schlucht im Val Caltea, in der Nähe des Barcis-Sees in Friaul, gefunden. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103871_image" /></div> <BR /><BR />Turetta flüchtete, nachdem er die Leiche in einem Bergabgrund entsorgt hatte. Eine Woche nach dem Mord wurde er am Straßenrand in der Nähe von Leipzig aufgespürt. Ihm war das Geld ausgegangen und sein Auto war ohne Benzin. Auf seiner Flucht hatte Turetta Südtirol und Österreich durchquert. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103880_image" /></div> <BR /><BR />Bei ihrer Beerdigung im Dezember 2023 sagte Gino Cecchettin, er hoffe, dass der Tod seiner Tochter einen Wendepunkt im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt in Italien markieren möge. Bildungsminister Giuseppe Valditara, der sich bereits verpflichtet hatte, das Problem anzugehen, schickte daraufhin ein Rundschreiben an die Schulen, in dem er sie aufforderte, die Schüler über seine Worte nachdenken zu lassen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103883_image" /></div> <BR /><BR />Nach der Tötung der jungen Frau hatte das italienische Parlament einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der den Schutz gefährdeter Frauen und Überlebender geschlechtsspezifischer Gewalt stärkt. Das Maßnahmenpaket beinhaltet eine verstärkte Überwachung von Männern, die sich häuslicher Gewalt schuldig gemacht haben, sowie eine Personalaufstockung für entsprechende Einrichtungen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103886_image" /></div> <BR /><BR />„Mein Eindruck ist, dass wir als Gesellschaft verloren haben. Ich respektiere das Urteil, aber wir sollten als Menschen noch mehr tun, um geschlechtsspezifischer Gewalt vorzubeugen“, betonte Cecchettin. <BR /> Der Frauenverband „Differenza Donna“ begrüßte das Urteil. „Wir hoffen, dass die Schnelligkeit und Effizienz dieser Verfahren allen Frauen garantiert wird, sowohl in den sehr ernsten Fällen von Frauenmord als auch in den vielen Verfahren wegen Misshandlung, Stalking, sexueller Gewalt, unter denen Millionen von Frauen leiden“, kommentierte die Präsidentin von „Differenza Donna“, Elisa Ercoli.