Wie die Polizei in Halle an der Saale gestern mitteilte, war den Einsatzkräften demnach von einem Fahrer ein liegen gebliebenes Fahrzeug gemeldet worden, das ohne Licht auf einer Nothaltespur stand. Er soll ohne Geld und sein Auto deshalb ohne Benzin gewesen sein, hieß es gestern in Medienberichten. Deshalb sei er gezwungen gewesen, den Punto auf der Nothaltespur abzustellen.<BR /><BR />Bei der Überprüfung der Identität des Fahrers stellten die Polizisten fest, dass Turetta von den Behörden von Venedig international zur Fahndung und Verhaftung ausgeschrieben war. Der Uni-Student, der mittels europäischen Haftbefehls gesucht wurde und noch im Auto saß, ließ sich widerstandslos festnehmen. Er habe müde und resigniert gewirkt, berichteten die Leipziger Polizisten, die ihn aufgriffen und lange vernahmen. Turetta wurde inhaftiert, ein Richter soll jetzt die Untersuchungshaft bestätigen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="965437_image" /></div> <h3> Auslieferung in wenigen Tagen erwartet</h3>Erwartet wird, dass er in wenigen Tagen an Italien ausgeliefert wird. Nach Angaben der Behörden in Venedig war die 22 Jahre alte Ex-Freundin des Verdächtigten nach einem Treffen mit dem jungen Mann vor 10 Tagen vermisst worden. Am Samstag wurde die Leiche der Frau aus Vigonovo bei Venedig dann nach langer Suche in einer Schlucht unweit des Barcis-Stausees in einer Berggegend der Provinz Pordenone gefunden. Der Verhaftete hatte seine Ex-Freundin vor 10 Tagen in deren Heimatort Vigonovo in der Provinz Venedig abgeholt. Danach waren die beiden Studenten verschwunden. <BR /><BR />Sie waren eineinhalb Jahre ein Paar gewesen, bevor sie sich im vergangenen Sommer trennten. Die Ermittler prüften in den vergangenen Tagen ein Video, das einen Übergriff Turettas auf seine Ex-Freundin zeigt. Die Aufnahmen wurden von Überwachungskameras in einem Lagerhaus in einem Industriegebiet nicht weit von Vigonovo aufgezeichnet. <h3>Turetta plante wohl Flucht in die Berge </h3>Es zeigt die dramatischen Momente, in denen sich der Mann auf die Studentin stürzt, sie angreift und wiederholt mit seinen Fäusten malträtiert, bis sie leblos am Boden liegt. Genau an dieser Stelle fanden die Carabinieri auch Blutflecke, einige Haare und Klebeband. Danach sieht man im Video, wie der Student mit der blutenden Frau im Auto wegfährt. <BR /><BR />In der Nähe fanden die Ermittler auch ein Messer. Tagelang wurde nach Filippos Auto, einem schwarzen Punto, gefahndet. Das Fahrzeug wurde in Südtirol, in Osttirol und in Kärnten von Kennzeichenlesekameras für die Straßenkontrolle lokalisiert. Bei der Analyse der Computer des mutmaßlichen Täters wurde festgestellt, dass er im Internet nach Bergausrüstung sowie nach Routen, Karten und Wegen in Tirol gesucht hatte, was auf eine geplante Tat hinweisen könnte. Es ist nicht bekannt, wann diese Recherchen durchgeführt wurden, vieles deutet aber darauf hin, dass er eine Flucht in die Berge plante.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="965440_image" /></div> <h3>Leiche hatte zahlreiche Abwehrverletzungen</h3>Am Samstag kam es zur tragischen und traurigen Wende bei den Ermittlungen. Die Leiche Giulias wurde in einer Schlucht in einem Berggebiet der friaulischen Provinz Pordenone entdeckt. Ermittler vermuten, dass die Leiche der 22-jährigen Studentin etwa 50 Meter tief in eine Schlucht hinuntergestoßen wurde. Die Frau sei mit mehreren Messerstichen in den Hals getötet worden, die Leiche wies außerdem zahlreiche Abwehrverletzungen an Händen und Armen auf, teilte der Staatsanwalt von Venedig Bruno Cerchi mit. Wie die Nachrichtenagentur Ansa gestern berichtete, wurde im Industriegebiet von Fossò (Provinz Venedig), wo Turetta am Abend des 11. November seine Ex-Freundin Giulia tötete, ein zerbrochenes Messer entdeckt. Ob es sich um die Tatwaffe handelt, war gestern unklar. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="965443_image" /></div> <BR /><BR />Giulias Körper in der Schlucht war von der Straße aus nicht sichtbar, da er von einem großen Felsbrocken verdeckt war, er wurde nach langer Suche von einem Spürhund entdeckt. Ein „Jageer“ genannter Golden Retriever, ein 4-jähriger Hund im Dienst des Zivilschutzes von Friaul-Julisch Venetien, fand die Leiche. 2 Tage lang war das Gebiet vom Hubschrauber der Feuerwehr überflogen worden, auch mit Drohnen war Giulias Leiche gesucht worden. <h3>Blutiger Geldschein an Tankstelle in Cortina</h3>Wo die Technik nicht hinkam, übernahm „Jageer“ die Aufgabe: Als der Hundeführer im Wald war, nahm das Tier Giulias Spur auf und führte seinen Herrn bis zur Leiche. Bei seiner Flucht hat Turetta mehrere Spuren hinterlassen. So hatte er beim Tanken an einer Self-Service-Tankstelle in Cortina mit einer blutbeschmierten 20 Euro-Banknote gezahlt. Als der Tankstellenbetreiber die Banknote beim Entleeren der Geldkassette bemerkte, alarmierte er die Polizei. Die Überwachungskameras nahmen Turettas schwarzen Punto und den jungen Mann auf, der das Geld in den Automaten steckt. Dies veranlasste die Ermittler, die Suche nach dem Studenten auf Südtirol und Osttirol auszudehnen.