Zunächst schilderte er die dramatischen Momente seiner Flucht nach dem Mord an Giulia. „Ich habe die Welt schlechter gemacht. Ich verdiene das alles, nach dem, was ich getan habe. Ich konnte mich nicht einmal umbringen... Ich werde jetzt mein ganzes Leben im Gefängnis verbringen. Ich werde die meiste Zeit meines Lebens und alle schönen Momente und Phasen im Leben der meisten normalen Menschen allein in einem kleinen Raum verbringen. Einsamkeit und Traurigkeit werden meine Tage beherrschen. <BR /><BR />Ich werde im Gefängnis meine Haare verlieren. Und auch die Energie und Kraft der Jugend, dann des Erwachsenseins, bis ich langsam alt werde. All die fantastischen und wunderbaren Menschen, die ich im Laufe meines Lebens kennen gelernt habe, einschließlich all meiner besonderen Freunde, werde ich nie wieder sehen, und sie werden mich nie wieder sehen wollen und mich für immer vergessen. Ich werde nicht mehr in der Lage sein, die Universität zu beenden, Menschen zu treffen, eine Familie zu gründen und das zu genießen, was ich bereits habe. <BR /><BR />Und bei all dem habe ich vor allem den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren, den Menschen, der mir alles bedeutet und an den ich in den letzten zwei Jahren jeden Tag ununterbrochen gedacht habe, den schönsten und besondersten Menschen, den ich in meinem ganzen Leben kennenlernen konnte, und das alles nur wegen mir. Ich habe das alles verdient“, betonte Turetta.<h3> Giulias Vater: „Könnte ihm verzeihen“</h3>Nachdem der Ingenieurstudent Filippo Turetta wegen des Mordes an seiner Ex-Freundin Giulia Cecchettin zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist, schließt der Vater des Opfers Gino nicht aus, dass er dem Mörder seiner Tochter verzeihen könnte. „Ja, es wird einige Zeit dauern, aber Turetta zu verzeihen, könnte eine Etappe sein“, antwortete Cecchettin im Interview mit dem TV-Sender „Quarto Grado“ auf die Frage nach Wiedergutmachung und einer zukünftigen Begegnung mit Filippo Turetta. <BR /><BR />„Ich kann mir vorstellen, dass es Zeit braucht, bis es so weit ist, aber ich schließe es nicht aus. Filippo sollte vielleicht helfen, das zu verstehen, was ihn zu seiner Tat veranlasst hat. So könnte er denjenigen helfen, die sich wie er in einer solchen Situation befinden“, sagte Gino Cecchettin. <BR /><BR />Er kritisierte das Gerichtsurteil, laut dem seine Tochter nicht als Opfer von Stalking seitens Turetta betrachtet werden könne. „Wir wissen nicht, was Giulia durchgemacht hat. Giulia hat sicher keine glücklichen Zeiten mit Turetta erlebt. Dass sie keine Angst vor ihm hatte, können wir nicht beweisen“, so der Vater.<h3> Hochrelief aus Sand</h3>Der sardische Künstler Nicola Urru hat inzwischen mit einem Hochrelief aus Sand am Strand von Platamona (Sassari) eine Statue zu Ehren Giulia Cecchettins errichtet. Das Werk, das eine Fläche von etwa 20 Quadratmeter einnimmt, reproduziert das Foto von Giulia Cecchettin und ihrer Mutter Monica mit Engelsflügeln , die sich umarmen. Das Bild mit dem Kommentar „Meine Lieben“ wurde von Giulias Vater Gino auf seinem Instagram-Profil gepostet.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107894_image" /></div> <BR /><BR />Urru veröffentlichte auch einen Beitrag, der die Aussagen von Giulias Schwester Elena unmittelbar nach dem Urteilsspruch wiedergibt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107897_image" /></div> <BR /><BR />„Wisst ihr, was meine Schwester getötet hat? Nicht nur eine gewalttätige Hand, sondern die Rechtfertigung und Gleichgültigkeit gegenüber den Phasen der Gewalt, die dem Frauenmord vorausgehen“, wurde Elena Cecchettin zitiert. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107900_image" /></div>