Er sägte die Gitterstäbe seiner Zelle durch und ließ sich mit zusammengeknoteten Bettlaken abseilen. Anschließend überwand er die sechs Meter hohe Gefängnismauer.<BR /><BR />Taulant verbüßte eine Haftstrafe bis 2048 wegen verschiedener Delikte, darunter Raub. Der Häftling war bereits mehrfach entkommen: 2009 aus einem Gefängnis der Stadt Terni, 2013 aus einer Fluchtanstalt in Parma und später aus einem Gefängnis in Belgien.<BR /><BR />Die Polizei untersucht Videoaufzeichnungen, um mögliche Komplizen und die Fluchtdynamik zu klären. Der Mann wird inzwischen landesweit gesucht. Nicht ausgeschlosse wird jedoch, dass er bereits im Ausland sein könnte.<BR /><BR />Der Fall verdeutlicht erneut die Probleme im italienischen Strafvollzug. Im Mailänder Gefängnis von Opera sitzen 1.338 Insassen, während es eigentlich nur 918 Plätze gibt. Verwaltet wird die Strafanstalt von 533 Beamten, während 811 benötigt würden. Gewerkschaften kritisieren die Personalknappheit und warnen vor der Belastung für Beamte und Gefangene. Auch Gewaltvorfälle in Haftanstalten halten an: Am 6. Dezember wurden im süditalienischen Castrovillari zwei Justizbeamte von einem Häftling verletzt.<BR /><BR />Leo Beneduci, Chef der autonomen Gewerkschaft der Strafvollzugspolizei Osapp, kritisierte, dass in der Mailänder Strafanstalt Opera 30 Prozent des notwendigen Personals fehle, während die Belegung um 25 Prozent über der zulässigen Kapazität liege.<BR /><BR />Nach Beneducis Worten „verfügt das italienische Strafvollzugssystem nicht mehr über sichere Anstalten, die an geeigneten Orten für bestimmte Haftkategorien liegen“. Von der Opera-Haftanstalt seien Bahnhof und Flughafen leicht zu erreichen. „Leider zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre, dass die Behörden erneut das Personal für die Flucht verantwortlich macht - unabhängig von deren tatsächlichen Arbeits- und Organisationsbedingungen“, so Beneduci.