Die Ermittlungen gehen auf Oktober 2023 zurück, nachdem zahlreiche Immobilieneigentümer Beschwerden eingereicht hatten: Sie hatten einer Baufirma Aufträge für energetische Sanierungen erteilt – doch die Arbeiten wurden offenbar nur teilweise oder überhaupt nicht ausgeführt, wie aus einer Mitteilung der Finanzpolizei Trient hervorgeht. Gleichzeitig soll sich die Baufirma unrechtmäßige Steuervergünstigungen im Rahmen des „Superbonus 110“ von über 10 Millionen Euro erschlichen haben.<h3> Steuerbetrug mit „Superbonus 110“ </h3> Das betrügerische System soll folgendermaßen funktioniert haben: Den Immobilieneigentümern wurde offenbar eine „kostenlose“ Sanierung durch einen Rabatt auf die Rechnung in Aussicht gestellt. Nach Vertragsabschluss reichten die Verantwortlichen der Firma laut Finanzpolizei mit der Unterstützung von mutmaßlich komplizenhaften Fachleuten falsche Bescheinigungen über angeblich abgeschlossene Arbeiten ein. <h3> Mit falschen Bescheinigungen unrechtmäßig Steuervergünstigungen generiert</h3>Tatsächlich wurden jedoch meist nur Baugerüste aufgestellt oder minimale Arbeiten durchgeführt, heißt es weiter in der Aussendung. Auf diese Weise soll sich das Unternehmen unrechtmäßig Steuervergünstigungen erschlichen haben. Die Steuervergünstigungen wurden anschließend zu vergünstigten Preisen an Dritte oder Banken weiterverkauft, welche diese wiederum zur Steuerverrechnung nutzten.<BR /><BR />Im Zuge der Ermittlungen wurden mehr als 14 Baustellen überprüft, die sich größtenteils im Trentino, aber auch in Rom und Como befinden. Über 175 Eigentümer waren betroffen. Oft blieben ganze Wohnanlagen über längere Zeit unvollendet in Baugerüsten stehen.<h3> 3 Verdächtige zur Verantwortung gezogen</h3>Die Ermittlungen richten sich gegen 3 Verdächtige, darunter die Geschäftsführer des Unternehmens sowie ein Sachverständiger, der die falschen Bescheinigungen ausgestellt haben soll. Ihnen wird unter anderem Kriminelle Vereinigung mit dem Ziel der Schaffung von Steuervergünstigungen sowie unrechtmäßige Inanspruchnahme staatlicher Förderungen vorgeworfen. Die betroffene Firma sieht sich zudem mit der verwaltungsrechtlichen Haftung konfrontiert.<BR /><BR />Im Rahmen der gerichtlichen Anordnung wurden 10 Millionen Euro an unrechtmäßigen Steuervergünstigungen gesperrt, um eine weitere Nutzung oder den Verkauf zu verhindern. Zudem wurden Mittel in Höhe von 5,6 Millionen Euro – bestehend aus Bankguthaben, Bargeld und 14 Immobilien im Trentino – beschlagnahmt.