Freitag, 22. Mai 2020

Fischer mit Geduld am Ende

Müll, ballspielende Kinder, Radfahrer, Ross und Reiter, freilaufende Hunde und schwimmende Menschen im Fischerteich prägen das Bild im Biotop Falschauer in Lana. „Seit Jahren machen wir das Land auf Umweltsünden in diesem Natura-2000-Gebiet aufmerksam, werden aber nicht ernst genommen“, ärgert sich Leonhard Lösch, der Präsident des Fischervereins Lana-Marling-Tscherms.

Das Müllproblem im Biotop Falschauer ist seit Jahren ein Thema (Foto aus dem Jahr 2017).
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Das Müllproblem im Biotop Falschauer ist seit Jahren ein Thema (Foto aus dem Jahr 2017). - Foto: © Gemeinde
Der Fischerverein bewirtschaftet die gesamte Falschauer sowie den Fischerteich samt umliegender Flächen im Biotop. „Wir haben hier ein schützenswertes Paradies, das es zu erhalten gilt, und keine Naherholungszone, in der man tun und lassen kann, was man will“, wettert Lösch. „Vereinsmitglieder und sogar Fischereiaufseher, die Leute auf Verbote aufmerksam gemacht haben, wurden beschimpft, bedroht und sogar angegriffen.“

Einzig das illegale Fischen habe der Verein unter Kontrolle – dank seiner 9 beeideten und ehrenamtlich tätigen Aufseher. Die Forstbehörde komme hin und wieder ins Biotop, um nach dem Rechten zu sehen, was aber zu wenig sei. „Gerade an den Wochenenden müssten die Beamten verstärkt kontrollieren“, fordert Lösch. Bergeweise Müll ließen die Leute nach Ausflügen und illegalen Feiern beim Fischerteich zurück. „Wenn wir nicht regelmäßig Müll einsammeln und auf unsere Kosten entsorgen würden, wäre das Biotop innerhalb weniger Wochen ein Fall für die Gesundheitspolizei“, fasst der Vereinschef zusammen. „Wir sind nur gut genug, den Müll aufzusammeln, sonst müssen wir den Mund halten.“

Im Vorjahr seien sogar Eier brütender Wildenten von Besuchern einfach mitgenommen worden, erinnert Christian Gruber, ein Vorstandsmitglied und Aufseher des Fischervereins.

Kritik an Politik

Nicht gut zu sprechen ist Präsident Lösch auf die für Landschaft zuständige Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer. „Das Angebot des Vereins, dass unsere beeideten Fischereiaufseher auch die Umweltaufsicht im Biotop ehrenamtlich übernehmen würden, wurde von der Landesrätin bisher völlig ignoriert“, sagt er kopfschüttelnd. „Wir verstehen, dass die Förster nicht überall gleichzeitig sein können. Gerade deshalb ist es unverständlich, dass unser Angebot nicht angenommen wird.“

Andreas Riedl, der Geschäftsführer des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, stärkt Lösch den Rücken: „Wenn es Regeln gibt, dann muss für deren Einhaltung gesorgt werden, sonst haben sie keinen Sinn“, sagt er. „Und sobald eine Übertretung in einem Schutzgebiet festgestellt wird, muss es Sanktionen geben.“ Zudem sei das Land dazu verpflichtet, regelmäßig Kontrollen durchzuführen. Und wenn das nicht möglich sei, müsse man auf Alternativen zurückgreifen, wie auf den Fischerverein, der diese Aufgabe im Biotop Falschauer übernehmen würde, sagt Riedl. Er appelliert aber auch an den Hausverstand der Biotop-Besucher, die Regeln einzuhalten.

fm