„Um dieses Vakuum zu schließen, wird die Landesregierung in den nächsten Wochen einen neuen Beschluss fassen“, kündigt Abteilungsdirektor Günther Unterthiner an. <BR /><BR />Nach 44 Jahren war im vergangenen Frühling das Fischereigesetz neu geschrieben worden. Darin heißt es, dass „sportliche Tätigkeiten und Freizeitnutzung in Fließgewässern verboten sind“. Ausnahmen dazu könnten von der Landesregierung festgelegt werden. Sie müssten ausreichend begründet werden. <BR /><BR />Bis zum 31. Dezember 2023 galt ein Beschluss der Landesregierung, wo explizit Kanu- und Raftingfahren in bestimmten Flüssen und Bächen mit tages- und jahreszeitlichen Einschränkungen erlaubt wurde. Seit Jahresbeginn ist die Ausübung der Sportarten in den Fließgewässern nicht mehr geregelt.<h3> Verschärfte Regeln für Freizeitbegeisterte? </h3>In einem weiteren Beschluss der Landesregierung steht, dass diese Sportarten „den Schutz aquatischer Lebensräume gefährden können“. Dagegen wehren sich die Sportler.<BR /><BR />Thomas Waldner, Vertreter des Meraner Amateursportvereins „DRD4“, fordert wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass Wildwassersport Flora und Fauna schadet. „Wie nachhaltig ist die Fischerei?“, fragt er. „In Italien ist das öffentliche Wasser ein Gut, das für jeden zugänglich ist.“ Und in Südtirol? „Da dürfte theoretisch, zumindest nach dem neuen Fischereigesetz, niemand überhaupt die Ufer betreten oder schwimmen gehen“, erklärt Waldner. <BR /><BR />So sei es auch – rein rechtlich gesehen – z. B. nicht erlaubt, sich an den Passerterrassen in Meran aufzuhalten. Kanu-, Kajak-, Raftingsport und Co. würden immer mehr eingeschränkt werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1055925_image" /></div> Dass man derzeit de facto illegal in den Fließgewässern unterwegs ist, bestätigt Günther Unterthiner, Direktor der Abteilung Forstwirtschaft. „Wir stellen den Sport- und Freizeitbegeisterten aktuell keine Strafen aus“, schickt er aber voraus. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65861163_quote" /><BR /><BR />„Man ist mit den Interessensgruppen im Austausch. Ein Beschluss wurde bereits ausgearbeitet. In den nächsten Wochen wird er in einer Sitzung der Landesregierung diskutiert werden“, erklärt Unterthiner. <h3> Was die Interessensgruppen sagen</h3>Zu den Interessensgruppen gehören u. a. der Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) und der Fischereiverband Südtirol. „Wir werden jetzt versuchen, die besten Lösungen zu finden“, zeigt sich Paul Romen, Obmann des VSS, überzeugt. <BR /><BR />Zwischen den Sportlern und den Fischern gebe es unterschiedliche Anschauungen, insbesondere was kommerzielle Anbieter betreffe. „Für Sportler versuchen wir zu erreichen, dass ausreichend Trainingsstrecken zur Verfügung stehen“, sagt Romen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65861651_quote" /><BR /><BR />So hofft auch Thomas Waldner „dass es für die Vereinstätigkeiten auf bestimmten Strecken Ausnahmeregelungen geben wird, die Trainings und Wettkämpfe auch in Zukunft noch legal ermöglichen“. Seit fast einem Jahr würden nun Verhandlungen stattfinden. „In Südtirol gibt es z. B. rund 100 aktive Kanufahrer, dafür 12.000 Fischer.“ Der Fischereiverband sei eine mächtige Organisation, sagt Waldner. <BR /><BR />Waldner kann sich vorstellen, dass in dem neuen Beschluss geregelt werde, dass man bis etwa 18 Uhr am Abend Kanu fahren könne. „Viele Menschen arbeiten aber bis 17 Uhr oder 18 Uhr.“ Fischer hingegen dürften bis zu 2 Stunden nach Sonnenuntergang fischen. „Geht es darum, die Natur zu schützen oder die Fischer?“, fragt er. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65861656_quote" /><BR /><BR />Der Geschäftsführer des Fischereiverbands, Alex Festi, sagt hingegen, dass Sport- und Freizeitaktivitäten Fische und andere Lebewesen belasten können. „Deshalb müssen diese Aktivitäten ebenfalls reglementiert werden. Dem soll nun auch im neuen Beschluss Rechnung getragen werden“, berichtet er. <BR /><BR />„Wir versuchen, einen möglichen gemeinsamen Weg zu finden, mit dem Sportler und Fischer leben können.“ Mit Freizeitbegeisterten komme man in der Regel gut aus, „kommerzielle Anbieter reizen oft die Situation aus. Da gibt es lokal einige Spannungsfelder“, weiß Festi.<BR /><BR /><embed id="dtext86-65861167_quote" /><BR /><BR />„Zufrieden wird niemand sein, aber wir haben mit der neuen gesetzlichen Regelung versucht, einen Kompromiss zu finden, bei dem alle Interessensgruppen berücksichtigt werden“, schließt Abteilungsdirektor Unterthiner.